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Musik & Medien

Studie: Wenn soziale Netzwerke Drogen werden

"Die Ergebnisse sind alarmierend", warnt Andreas Storm, Chef der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK). Die Studie So süchtig machen WhatsApp, Instagram und Co. zeigt: Rund 100.000 Jugendliche sind süchtig nach Social Media. Eltern sollen aufmerksamer sein, fordert Rainer Thomasius, Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen in einem Interview.

 
 

Durchschnittlich drei Stunden pro Tag. So viel Zeit verbringen junge Menschen in Deutschland mit WhatsApp, Instagram, Snapchat und anderen sozialen Netzwerken. Das zeigt eine Studie der DAK und des Deutschen Zentrums für Suchtfragen am Uniklinikum Hamburg Eppendorf (UKE).



2,6 Prozent nutzen Soziale Medien so exzessiv, dass man von einer Sucht reden kann. Das sind etwa 100.000 Jugendliche. Für die Studie hat das Meinungsforschungsinstituts Forsa 1001 Jungen und Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren befragt.



Die Sucht könne Depressionen auslösen, sagt Rainer Thomasius, Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen, in einem Interview mit der Badischen Zeitung. Sie könne auch aggressiv machen. Wenn Betroffene versuchten, weniger im Netz zu sein, würden sie das oft nicht schaffen.



Es ist ein Teufelskreis: „Natürlich kann es auch sein, dass sich depressive Kinder und Jugendliche häufiger in die virtuelle Welt zurückziehen und deshalb Suchtverhalten entwickeln“, sagt der Experte. Das dürfe man nicht auf die leichte Schulter nehmen: „In jedem Fall verstärken sich die beiden Faktoren, sodass eine ernste gesundheitliche Gefahr droht.“ Genau wie von Alkohol kann man auch von Social Media abhängig werden.



Die exzessive Nutzung wirkt sich negativ auf viele Bereiche aus, so Thomasius: Schulnoten, das Studium, genügend Schlaf. Auch die Identitätsentwicklung könne darunter leiden - bedingt durch die Selbstinszenierung auf Plattformen wie Instagram.



Der Experte appelliert an die Eltern: Sie sollen Vorbild sein für ihr Kind und selbst eine gesunde Beziehung zu sozialen Netzwerken pflegen. Darüber hinaus müssen klare Regeln festgelegt werden, wie und wann WhatsApp und Co. genützt werden können.


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