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Sport & Freizeit

Eisvögel im Höhenflug: Der legendäre Aufstieg und wie es jetzt weitergeht

17 Jahre in der Ersten Liga, ein bitterer Abstieg und ein großes Versprechen: Wir kommen wieder! Die Eisvögel Freiburg haben Wort gehalten. Nach acht harten Monaten auf dem Spielfeld sind sie erneut in die 1. Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) aufgestiegen – und da wollen sie auch bleiben. Wie geht es nun weiter? Mitte Juli hat Paulina Henning von Lange Coach Mirna Paunovic und Kapitänin Luana Rodefeld beim Training getroffen.

 
 

6. Mai 2018. 1300 Zuschauer tummeln sich in der Unihalle Freiburg. Es ist das Ereignis der Saison, das große Finale: Die Eisvögel Freiburg gegen die TS Jahn München. Es geht um den Aufstieg in die 1. DBBL. Die Zeit tickt. Nur noch wenige Sekunden bleiben, die Freiburgerinnen verteidigen ihren Vorsprung hart. Dann ertönt die Shot Clock, das Spiel ist vorbei. Aufstieg! Die Eisvögel sind wieder da.

Ein Jahr vorher herrschte Grabesstimmung: Das Saisonende 2017 war geprägt von Verletzungspech, Frustration, Unklarheiten auf dem Spielfeld. Die Folge: Nach 17 Jahren in der 1. Liga stiegen die Eisvögel ab. „Das war sehr bitter. Wir haben nie um den Abstieg gespielt“, erinnert sich Kapitänin Luana Rodefeld. Ursprünglich sei das Ziel gewesen, unter die besten acht zu kommen.

Für die Zweite Liga kam ein neuer Trainer. Pierre Hohn war mit seinen 25 Jahren der bislang jüngste Coach der Frauen-Basketball-Mannschaft. „Pierre forderte ein sehr dynamisches Spiel. Schnelles Umschalten, ständige Präsenz“, erklärt Mirna Paunovic. Nach einer sechsjährigen Pause fungierte die ehemalige Centerin der Eisvögel nun als Co-Trainerin. Vier Monate lang coachte sie an der Seite von Hohn. Dann fragte er sie, ob sie auch mal wieder spielen möchte. „Ich dachte schon, du fragst nie!“, antwortete sie frech und grinste. Seither ist Paunovic mehr auf als neben dem Spielfeld zu finden.

Die 41-Jährige ist sich sicher: „Das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens.“ Denn hinter ihr liegt ein steiniger Weg. Im Dezember 2015 war Paunovic acht Monate schwanger, als sie bei einer Untersuchung die Diagnose Brustkrebs bekommt. Die Elternzeit verbringt sie zwischen Chemo-Therapie und mühsamer Genesung. Die Möglichkeit, als Co-Trainerin und vor allem wieder als Spielerin zu arbeiten, habe sie nie als Comeback, sondern vielmehr als ein großes Geschenk betrachtet.

Geschafft: Die Basketballerinnen nach ihrem Wiederaufstieg in die 1. Liga (oben). Jetzt wird für den Klassenerhalt trainiert.

 

Gekämpft hat auch der Rest der Mannschaft: Über acht Monate lang wurde rigoros trainiert und auf dem Spielfeld um jeden Punkt gerungen. Dann der Sieg vor über 1300 Leuten in der Unihalle. „Das war der Wahnsinn. Man lebt tagelang davon – wacht auf und ist automatisch glücklich“, erzählt Paunovic. Auch Rodefeld war überwältigt: „All die Stunden in der Halle, die langen Auswärtsfahrten, die verplanten Wochenenden – es hat sich so gelohnt!“

Neben technischen Faktoren machen die Spielerinnen besonders den Teamzusammenhalt für die enorme Steigerung verantwortlich. Ihr Geheimrezept: Nach jeder Niederlage gemeinsam aufstehen, nie den Spaß am Spiel verlieren und vor allem untereinander motivieren und pushen. Wie kein anderer deutscher Verein achtet der USC darauf, junge Spielerinnen aus den eigenen Reihen zu fördern, anstatt nur auf Profis aus dem Ausland zu setzen. „Freiburg hatte nie die größte oder schnellste Mannschaft – aber wir haben als Team verdammt gut funktioniert“, urteilt Paunovic. Der USC geht auch dieses Jahr mit nur vier Profispielerinnen an den Start.

Nun steht die neue Saison in der Ersten Liga vor der Tür. Die Priorität: nicht absteigen. Es warten starke Gegner auf die Eisvögel. Mit Hanna Ballhaus gibt’s einen neuen Headcoach. „Eine der talentiertesten deutschen Basketballtrainerinnen“, schwärmt der sportliche Leiter Harald Janson. Ballhaus ist erst die zweite Frau in der Position des Cheftrainers. Ändert sich dadurch etwas? „Frauen haben eine andere Sichtweise, trainieren also auch anders“, sagt Paunovic. Generell brauche der Sport mehr Frauen auf führenden Positionen, findet sie. Ballhaus hatte im letzten Jahr die spanische Nationalmannschaft trainiert.

Kapitänin Rodefeld möchte den anderen in der Vorbereitung auf die neue Saison ein Vorbild sein. „Ich werde darauf achten, dass das Trainingsniveau hoch bleibt, an meinen Schwächen arbeiten und die anderen mitpushen.“ Sie ist überzeugt: „Wir werden den großen Vereinen die Stirn bieten!“

 

 

 

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