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Schule & Projekte

W-Lan in der Straßenbahn, Trampolin-Halle, Blumenbomben: 8er-Rat gestaltet Freiburg

81 Schüler, neun Projekte, ein Gedanke: politischer Einfluss. Ein ganzes Jahr hatten die Freiburger Achtklässler des 8er-Rats auf diesen Tag hingearbeitet: Anfang Juli haben sie im Haus der Jugend bei der Abschlusskonferenz ihre Ideen für Freiburg präsentiert. Mit dabei: Vertreter des Rathauses und sieben Stadträte.

 
 

Auf zwölf Tafeln haben die Jugendlichen ihre Arbeit verewigt. Die Ideen gehen von freiem W-Lan im öffentlichen Nahverkehr über Umweltschutz durch selbstgebastelte Samenbomben bis zum Ausbau des Skateparks und dem Bau einer Trampolinhalle. Dafür schnitten sie Info-Videos, starteten Petitionen, machten Umfragen, konsultierten Experten, bombardierten Gemeinderäte mit Emails.

So auch Adreju Hugo von der Wentzinger Realschule. Der 14-jährige setzt sich für die Sanierung von Basketballplätzen ein. „Es war ein tolles Gefühl zu sehen, was man alles schaffen kann“, erinnert sich Adreju. Jetzt will er am Ball bleiben: „Ich möchte mich auf jeden Fall weiterhin politisch engagieren!“

Der 8er Rat ist ein Konzept für jugendgerechte, politische Beteiligung. Ins Leben gerufen hat ihn das Jugendbüro. Nach einer dreijährigen Testphase soll er nun fest in das Schulleben integriert werden. Seit 2015 bietet er Schülern der achten Klasse die Möglichkeit, eigene kommunalpolitische Projekte zu entwickeln und umzusetzen. Themen wie politische Partizipation, soziales Engagement und demokratische Einflussnahme sind fest im Lehrplan der achten Klassen verankert.

Austausch: Schüler sprechen mit Politikern über ihre Ideen.

Ziel des 8er Rats ist, den Zugang zur Politik zu vereinfachen und einen Dialog zwischen den Jugendlichen und der Stadtverwaltung herzustellen. „Oftmals fühlen sich junge Leute von der Politik unbeachtet und haben das Gefühl keinen Einfluss zu haben“, erklärt Jürgen Messer vom Jugendbüro. Gerade deswegen schätzten die Verwaltungsmitglieder das Projekt sehr.

Stoff für den Austausch lieferten dieses Jahr die Realschulen Wentzinger und Weierhof sowie das Droste-Hülshoff Gymnasium. Messer betont, wie wichtig es sei, verschiedene Schulformen einzubinden. Das erleichtere die Zusammenarbeit der Schüler untereinander. Gemeinsam haben die Jugendlichen dieses Jahr neun Projekte auf die Beine gestellt.

Bereits im Januar hatten sich die Achtklässler mit Verwaltungsmitgliedern und Experten zusammengesetzt und ihre Vorschläge überprüfen lassen. Das Feedback floss in die finalen Ergebnisse ein. Vor allem aber sollten die Schüler selbständig an der Ausarbeitung ihrer Konzepte feilen.

Diese sollen nicht nur in der Theorie wirken – nun müssen Taten folgen. Auf der Abschlusskonferenz am Freitag fand jede Idee der Jugendlichen Gehör. In einem symbolischen Akt übergaben die Schüler ihre Projekte an Paten aus Politik und Verwaltung. Diese verpflichten sich damit, sich in den nächsten Monaten für die Umsetzung der Konzepte einzusetzen. Manche Projekte sind schon jetzt in Planung: So hat die Skatebahn bereits einen festen Bautermin und in öffentlichen Verkehrsmitteln der VAG ist ab September 2018 mit kostenlosem W-Lan zu rechnen.

Schon in der Vergangenheit wurden so etliche Ziele verwirklicht: der Bau einer Mountainbike-Strecke im Schwarzwald, ein beleuchteter Radweg im Rieselfeld, eine Flyeraktion gegen Rassismus sowie ein Workshop zum Umgang mit Gewalt im Schulalltag.

Auch weitere Kommunen wollen den 8er Rat an ihren Schulen einführen. Bürgermeisterin Gerda Stuchlik ist von den Entwicklungen der letzten Jahre begeistert. „Der 8er Rat ist ein Leuchtturmprojekt, das weit über die Stadt hinaus strahlt.“

 

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