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Sprayen, nähen, sägen: Schüler werden im FreiLab kreativ

Ressourcen schonen, kreativ sein, was lernen – das ist das Ziel eines „Upcycling-Programms“ für Jugendliche im Freiburger FreiLab. Zuletzt hatte die offene Werkstatt zehn Jugendliche zu Besuch. Die Gruppe der Vianova-Schule ackerte eifrig, um eigene Ideen umzusetzen: eine Sparbüchse, eine Boxershorts, ein Kopfkissen.

 
 

Sajuka und Momodou sitzen konzentriert im FreiLab. Jeder an einer Nähmaschine, jeder mit Faden, Stoff und Fingerspitzengefühl. Wenn es klemmt, hilft Freilab-Chef Robin Grab den zwei Gambiern weiter. Sie lernen Deutsch an der Vianova-Schule – und haben sichtlich Spaß beim kreativen Werkeln in der offenen Werkstatt.

„Alles gefällt uns hier“, sagt Momodou, während er den Faden zurechtzieht. Tack, tack, tack, macht die Maschine. Der 20-Jährige arbeitet an einem Kissen aus blau-grauem Stoff. Es ist verziert mit kleinen Koalabären und gelben Sternen. Sein Nebenmann Sajuka (18) hat sich noch mehr vorgenommen: Er macht aus einem alten T-Shirt seiner Lehrerin Jasmin Tolusic eine Boxershort. „Das ist eher Downcycling als Upcycling“, scherzt die Pädagogin.

Das Kreativprojekt im FreiLab findet sie klasse: „Das bringt Abwechslung beim Deutschlernen.“ Möglichkeiten, so etwas anzubieten, gebe es in ihrer Schule nicht, sagt Tolusic. Gerade für Schüler, die kaum Deutsch sprechen, sei das die Chance, Erfolgserlebnisse zu feiern. „Ich spreche sieben Sprachen“, ruft ein Mädchen, das ein paar Meter weiter sitzt. Die Stimmung ist ausgelassen.

Kreativ: FreiLab-Chef Robin Grab hilft Sajuka (vorne) und Momodou beim Nähen.

Rund 40 Schüler von 12 bis 18 Jahren nehmen am Upcycling-Projekt teil. Zehn sind es heute von einer VABO-Klasse der Vianova-Schule. Die Abkürzung steht für „Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse“. Schüler, die kaum Deutsch sprechen, sollen so fit gemacht werden für eine Ausbildung oder einen Job.

Möglichkeiten, sich auszutoben, bietet die 120 Quadratmeter große Werkstatt an der Ensisheimer Straße viele: Ein paar Meter weiter wird mit Sprühdosen gemalt. Und in der Holzwerkstatt des FreiLabs bastelt Eto an einer Sparbüchse. „Das Projekt kommt super an“, sagt Robin Grab. Der 35-Jährige ist im Vorstand des FreiLab-Vereins, die Werkstatt gibt es seit gut drei Jahren. Rund 120 Mitglieder sind es mittlerweile. Zuletzt wurde ein Lasercutter gebaut.

„Verbessern statt wegschmeißen
“, lautet das Motto. Das Projekt will unnötigen Konsum vermeiden und offen sein für Innovationen. Alte oder defekte Dinge sollen neuen Wert erhalten. Unterstützt wird das Schulprojekt von der Hans Sauer Stiftung. Die insgesamt zehn Termine mit wechselnden Gruppen gehen bis Ende Juli.

 

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