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Musik & Medien

Die Welt in den Beinen: „Von wegen Lisbeth“ überragen auf dem ZMF

„Von wegen Lisbeth“ hat am Samstagabend auf dem Zelt-Musik-Festival in Freiburg gespielt. Die Indie-Pop-Rock-Band brachte das Spiegelzelt zum Beben. Matthias Rohde, Julian Hölting, Robert Tischer, Doz Zschäbitz und Julian Zschäbitz kreierten mit ihrem Sound eine unbeschreibliche Stimmung. Sarah Golombeck war fürs f79 live dabei.

 
 

„Was ist los Freiburg, tanzt ihr mit uns?“ Die Menge jubelt. Das Zelt bebt. Die Luft vibriert. Abgefahrene Klänge erfüllen das Spiegelzelt und bringen alle zum Tanzen. Die Indie-Pop-Rock Gruppe aus Berlin ist zum zweiten Mal Gast auf dem ZMF – vor drei Jahren spielten sie als Support für Annenmaykantereit, ebenfalls im Spiegelzelt. Nun sind sie zurück, doch diesmal gehörte die Bühne ihnen ganz alleine.

Der Sound ist einzigartig – viele unterschiedliche und außergewöhnliche Musikinstrumente tragen zu einem Potpourri sondergleichen bei. Neben Gitarre, Bass und Schlagzeug finden sich ein Kinder-Glockenspiel, ein Synthesizer und viele Percussion-Instrumente auf der Bühne. Der kecke Hüftschwung von Frontsänger Matze begleitet das Publikum durch den Abend.

Hört man Von wegen Lisbeth das erste Mal, fällt man schnell auf die angebliche Leichte ihrer Texte hinein. Erst beim zweiten oder dritten Mal entpuppen sich die alltäglichen Situationen als Gesellschafts- oder Sozialkritik. Das berührt, fast jeder kann sich damit identifizieren.


An diesem Samstagabend nehmen Von wegen Lisbeth das Publikum auf eine Reise durch den Urwald mit. Allerlei Blumen, Gestrüpp und sogar ein Flamingo verzierten die Bühne und führen in die Tropen. Die Temperaturen tragen ihren Teil dazu bei. „Das war mit Abstand das heißeste Konzert der Saison“, bemerkt Matze. Auch das längste Konzert wurde an diesem Abend von der Band gegeben. Eine pikante Mischung – doch weder Musiker noch Publikum lassen sich davon beeinflussen. Im Gegenteil: Die Masse tobt, tanzt, die Band grinst. „Denn, dass diese Welt nicht zusammenfällt, liegt nur allein an deinen Beinen“, so das das Motto des Show.

Das Publikum kann nicht genug kriegen. Nach dem offiziell letzten Lied wird die Band von einer „Zugabe“-Welle überrollt. Vier Mal kommen „Von wegen Lisbeth“ zurück auf die Bühne. Und Freiburg genießt das Privileg eines neuen Songs. „Da wir heute so lange spielen und es so schön mit euch ist, spielen wir ein Lied, das es noch gar nicht gibt“, verrät Matze. Mit Gitarre steht er auf der Bühne und schüttet sein Herz aus. Dann geht die Band. Doch das Gefühl bleibt, dass das Schicksal der Welt nicht in unseren Händen liegt. Sondern in unseren Beinen.


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