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Leute & Leben

Interview: Der neue Oberbürgermeister Martin Horn über Spickzettel, Skaten und Spontanität

Spektakulär hat Martin Horn die Wahl zum Oberbürgermeister Freiburgs gewonnen. Ab 1. Juli wird der 33-Jährige Chef im Rathaus. Im f79 plaudert er mit Redaktionsleiter Till Neumann über seine Schulzeit: über Skateboarden, Spickzettel und Spontanität.

 
 

f79 // Herr Horn, der Wahlsieg war für viele eine große Überraschung. Haben Sie früher in der Schule auch so geglänzt?
Horn // Als Fächer haben mir vor allem Erdkunde, Englisch und Geschichte Spaß gemacht. Aber ehrlicherweise habe ich mich als Jugendlicher zu Schulzeiten mehr auf Freunde und Sport konzentriert. Zunächst Fußball und anschließend vor allem auf Skateboardfahren. So richtig geglänzt habe ich erst in meinen Studiengängen, da war ich jeweils Semesterbester.

f79 // Haben Sie in Ihrer Klasse auch die Herzen im Sturm erobert? Wenn ja, wie?
Horn // Ich glaube, wenn man „Herzen im Sturm mit einer Strategie“ erobern möchte, hat man meist schon verloren. Es geht doch viel mehr um Authentizität, also um ein natürliches und spontanes Auftreten. Wahrscheinlich habe ich durch meine lockere, direkte und zugewandte Art bereits zu Schulzeiten einige Sympathien gewonnen.

f79 // Bei OB-Wahlen sollte alles korrekt laufen. In der Schule wird auch mal geschummelt. Was war ihr bester Trick?
Horn // Ach, so richtig geschummelt habe ich eher nicht. Wenn überhaupt, habe ich als Inspiration ab und zu mal zum Nachbarn rübergeschaut, um zu kontrollieren, dass er das auch alles richtig hinschreibt ... (lacht).

f79 // Und wobei wurden Sie mal erwischt?
Horn // Einmal habe ich einen – zumindest für meinen Kumpel und mich – lustigen Kommentar in die ausgeliehene Lateingrammatik reingeschrieben. Mit Bleistift wohlgemerkt – mein Lateinlehrer fand’s dennoch nicht witzig und hat mir nen Tadel nach Hause geschickt.

f79 // Gibt es einen Lehrer, von dem Sie sagen würden: Ohne ihn wäre ich heute nicht, wo ich bin?
Horn // Es gibt eine Reihe von Lehrer*innen, denen ich für ihren Einsatz bis heute dankbar bin. Das waren meistens diejenigen, die uns Freiräume für kreative Gedanken, kritische Diskussion und mehr Klassenmiteinander gegeben haben. Diese Lehrer*innen haben durch ihre positive Art persönliche Wertschätzung weitergegeben, das fand ich stark und hat mich inspiriert.

 

 

 

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