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Job & Karriere

Zwei Fliegen, eine Klappe: Pflegewissenschaft verbindet Studium und Ausbildung

Ausbildung? Oder Studium? Am besten beides, sagt Lara Tjhen. Die 21-Jährige studiert Pflegewissenschaft an der Uni Freiburg. Parallel dazu macht sie eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin an der Uniklinik. Die Kombination verlangt ihr viel ab, öffnet aber auch viele Türen.

 
 

Zu Vorlesungszeiten ist Lara Studentin und lernt die Theorie der Berufsausbildung. Während der Semesterferien macht sie die praktische Ausbildung auf Station. Beides bereitet sie auf ein Ziel vor: einen Beruf in der Pflege. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Sie könnte einen Master machen, in die Forschung gehen, an der Uniklinik arbeiten oder als Entwicklungshelferin in Afrika tätig sein.

Die große Auswahl ist hart erkämpft: Ins zweite Semester kommt Lara jetzt. Bis zum Semesterbeginn lernt sie in Vollzeit die praktische Arbeit in der Pflege kennen. „Heute habe ich Spätschicht in der Psychiatrie“, erzählt die gebürtige Hamburgerin Anfang April. Ihr Einsatz geht von 12.48 Uhr bis 21 Uhr. Nach Feierabend setzt sie sich an eine Hausarbeit. Das Thema: Veränderungen im Körperbild einer Frau nach einer Brustamputation wegen Krebs.

Tief eintauchen kann sie damit in die Materie. Und ihren Beruf von theoretischer und praktischer Seite kennenlernen. „Das ist super spannend“, sagt Lara. Und schließe eine Lücke. So wisse man nicht nur, was in der Pflege zu tun ist – sondern auch, warum etwas gemacht wird. Sie ist eine von rund 30 Studierenden des Jahrgangs. Manche davon studieren berufsbegleitend.

Gestartet ist sie als Auszubildende in Lübeck. Die Ausbildung hat ihr gefallen, doch sie wollte weitergehen: „Ich hab’ total Lust, mehr zu lernen“, erzählt Lara. Also bewarb sie sich für den Bachelorstudiengang Pflegewissenschaft in Freiburg. Dieser ermöglicht, Studium und Ausbildung zu kombinieren. Seit Oktober ist sie im Breisgau – und fährt karrieretechnisch zweigleisig. Ist ihre Ausbildung in eineinhalb Jahren abgeschlossen, bleibt ein Jahr an der Uni.

In der Psychiatrie begleitet sie erfahrene Kollegen, lernt den Umgang mit Patienten und Krankheitsverläufen kennen, ist bei Besprechungen dabei. In anderen Bereichen hat sie schon eigenständig Patienten betreut. „Das ist viel Verantwortung“, sagt die Studentin. Erfahrene Kollegen helfen ihr dabei, geben Tipps und Feedback. „Es ist gut, wenn man jemanden hat, um Rücksprache zu halten“, sagt sie.

Die Studium-Ausbildung-Kombination schließt für sie eine Lücke zwischen Theorie und Praxis. Das sei essenziell in der heutigen Zeit: „Es ist super wichtig, dass in der Pflege was passiert.“ Die Menschen werden schließlich immer älter, Pfleger werden an vielen Ecken und Enden gebraucht. „Da kann man viel bewirken“, ist Lara überzeugt.

Dahin zu kommen, braucht viel Engagement. Auch bei der angespannten Lage in Pflegeberufen. „Man muss sich durchwurschteln“, nennt Lara das. Doch die Mühe ist es wert: Ist der Abschluss geschafft, geht ihr Horizont weit über den Standard hinaus. Sie kann später nicht nur Patienten versorgen, sondern auch Studien auswerten und in den Pflegealltag übersetzen. Das Theoriewissen ermöglicht ihr, mehr Verantwortung zu übernehmen und komplexere Aufgaben zu bewältigen.

Nach dem Bachelor könnte sie sich vorstellen, einen Master dranzuhängen. Pflegepädagogik oder Pflegemanagement interessieren sie. Vorab eine Weile in der Uniklinik zu arbeiten, sei aber wichtig: „Es ist abgefahren, was hier alles passiert.“

 

 

 

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