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Sport & Freizeit

Brezel aus Armen und Beinen: Trainingsbesuch bei den Rope Skippern des TV Sexau

Schnell, rhythmisch, schweißtreibend: Der Trendsport Rope Skipping ist mehr als Seilhüpfen. Das weiß Skipperin Alina Wieber genau: Die 17-Jährige vom TV Sexau war gerade auf einem bundesweiten Wettkampf. Beim Training zeigt sie eine Brezel, die nicht essbar ist.

 
 

Tack, tack, tack. Seilschläge schallen durch die Halle. Die hellbraunen Haare hüpfen auf und ab. Alina konzentriert sich auf Arme und Beine. Die können beim Rope Skipping schnell durcheinanderkommen. Dann verheddert sich das Seil in Windeseile. „forty-five“ ruft eine Männerstimme aus den Lautsprechern. Noch 15 Sekunden bleiben für den Durchgang. Also Vollgas. Alinas Gesicht ist knallrot. Skippen ist Powersport.

Seit acht Jahren ist Alina dabei. Das Turnen gab sie dafür gerne auf. Beim Rope Skipping könne sie in ihrem eigenen Tempo lernen, das mache richtig Spaß. Für den Sport belächelt zu werden, sei normal: „Viele sagen: das bissel Seilhopse.“ Wer es aber probiere, merke schnell, wie schwer es ist, sagt Alina. Man benötige viel Koordination und Rhythmus für den Mix aus Turnen, Tanzen und Seilspringen. Was sie daran fasziniert? „Die endlosen Möglichkeiten.“ Man kann den Griff loslassen und im Flug wieder fangen, sitzend übers Seil hopsen, zu zweit, zu dritt oder zu zehnt darin springen ...

Gerade war Alina in Berlin bei der Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften. Bei ihrem ersten Wettkampf ging’s rund: 30 Sekunden Speed, 30 Sekunden Double Under (zwei Durchschläge pro Sprung), 120 Sekunden Speed und ein Freestyle. 30 Kampfrichter schauen dabei zu, es ist mucksmäuschenstill. „Ein komisches Gefühl“, sagt Alina. Von 300 Skippern wurde sie 53. und ist „total zufrieden“. Jetzt will sie an neuen Sprüngen und ihrer Körperspannung arbeiten. Weitere Wettkämpfe sollen folgen.

Blitzschnell: Alina (links) beim schweißtreibenden Training mit ihrer Trainerin Franziska Sillmann (Mitte).

 

Beim Training zeigt Alina ihren Lieblingssprung: die Brezel. Ihr rechtes Bein hebt sich, der linke Arm huscht darunter durch, der Rechte legt sich obendrüber – ein Wirrwarr aus Seil und Körper. Die Skipperin löst den Knoten blitzschnell und springt weiter. Am liebsten springt sie alleine: „Ich kann so am meisten lernen und meine Fehler beheben“, sagt Alina.

Neben Kunststoffseilen gibt es sie aus Stoff, Gliederketten oder Draht. „Mit dem Drahtseil kann man sehr schnell springen, allerdings ist es nichts für Tricks“, erklärt Alina. Sie hüpft lieber mit einem dünnen Seil, perfekt für schnelle Aktionen: „Speed mag ich total, weil ich da richtig Gas geben kann“, sagt Alina. Hängenzubleiben kann wehtun. Bis auf ein paar blutige Striemen und ein blaues Auge sei aber noch nichts passiert.

„Wenn ich über Rope Skipping rede, bekomme ich noch immer eine Gänsehaut“, schwärmt Ute Bergmann (49), die einstige Trainerin des Teams. Sie hat den Sport bei einem Trainerlehrgang entdeckt und die Gruppe des TV Sexau vor 14 Jahren gegründet. Mit Showauftritten in der Region zeigte Bergmann, was mit einem Seil möglich ist. Auftritte sind noch heute Schwerpunkt des Teams – aber mit neuer Trainerin: der 22-jährigen Franziska Sillmann.

Was sie draufhat, zeigt Franziska mit Alina am Longrope (langes Seil). Jeder hält zwei Seile in der Hand und schwingt sie in gegengesetzter Richtung. Franziska huscht an Alina vorbei und ist beim nächsten Seilschlag in der Mitte: „Ready set go“, zählt sie ein, springt und landet mit ihren Händen auf dem Boden. Für den „Frog“ (Handstand) hat sie nur einen Seilschlag Zeit. Franziska drückt sich mit den Händen vom Boden ab und landet auf den Füßen. Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht: Das nächste Seil ist schon fast wieder da.

 

 

 

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