Drucken

Schule & Projekte

Online-Helfer für Rollstuhlfahrer: Freiburger Schüler erstellen Story Map

Welche Orte in Freiburg sind barrierefrei? Wo gibt es rollstuhlgerechte Restaurants oder Haltestellen? Diese Frage beantwortet eine interaktive Karte für Freiburg: Schüler vom Wentzinger Gymnasium haben sie aufwendig erstellt. Eine Freiburger Rollstuhlfahrerin ist beeindruckt.

 
 

Die Story Map soll Rollstuhlfahrern das Leben in Freiburg leichter machen. Sie zeigt zum Beispiel, wo rollstuhlgerechte Toiletten, Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Hotels oder Parkplätze sind. Auch über die Zugänglichkeit von Haltestellen für Zug, Bus und Bahn gibt sie Auskunft.

Entworfen haben sie unter anderem Stefanie Heizmann (18), Kristine Heizmann (14), Julius Schaut (15) und Niko Weinacker (15). In der AG „Digitale Geographie“ am Wentzinger Gymnasium haben sie das Projekt mit Lehrer Florian Burghardt umgesetzt.

Auf der Map sind rote Punkte für schwierige Stellen. Zudem gibt’s grüne Punkte für rollstuhlgerechte Spots. Ein Blick zeigt: Rot dominiert. „Rollstuhlfahrer haben es in Freiburg nicht leicht“, sagt Stefanie. Besonders Straßenbahn-Haltestellen seien ein Hindernis. Auch die Altstadt sei kein leichtes Pflaster für Menschen, die nicht laufen können. Es gebe jedoch auch Positivbeispiele.

Zusammengearbeitet haben sie für die Story Map mit dem Verein Lebensraum für alle. Dort bekamen sie einen Teil der Daten für ihre Karte. Den anderen gab’s von der Freiburger Verkehrs AG (VAG). Die Haltestellen haben die Schüler jedoch selbst überprüft – in den Sommerferien.

 

Wollen was bewegen: Die vier Freiburger Schüler zeigen ihre Story Map.

 

Die Mühe hat sich gelohnt: „Hilfreich“, findet Rollstuhlfahrerin Ingrid Daum die Webseite. Die Freiburgerin ist Mitte 60 und hat Multiple Sklerose. „Die Informationen zur VAG sind sehr umfangreich“, lobt sie die Map. Die für sie relevanten Daten will sie sich raussuchen.

Das Projekt zeigt Daum, „wie wenig wirklich rollstuhlgerechte Kneipen, Restaurants und Hotels es gibt“. Oft scheiterten dort Rollstuhlfahrer an fehlenden Behindertentoiletten. Sie regt an, in der Map Restaurants und Cafés auch aufzulisten. So können sie auch direkt nach Namen suchen.

Daum stellt immer wieder fest
, dass auch rollstuhlgerechte Zugänge nicht passierbar sind, da nur eine Türseite geöffnet ist. „Da fühle ich mich ausgeschlossen“, sagt Daum. So ging es ihr zuletzt bei der Einsegnungshalle am Hauptfriedhof. „Beim Hauptportal sind beide Türblätter geöffnet, beim Rollstuhleingang nur eine Seite. Und der Zugang ist zu eng, ich musste jemanden bitten, zu öffnen.“

Dass Schüler die Story Map
erstellt haben, findet Daum erstaunlich. „Man muss nicht persönlich betroffen sein, um das anzupacken“, sagt Kristine. Niko kann dafür persönliche Erfahrungen einbringen: „Meine Oma saß im Rollstuhl und hat viel für ihre Mobilität gekämpft“, erzählt er. Das führen sie nun weiter – zu tun ist noch jede Menge.

Die Story Map
gibt’s auf: http://arcg.is/jq901

 

Mehr dazu

 

 
Kommentar(e) (0)
 

Kalender

May 2018:

Sun Mon Tue Wed Thu Fri Sat
1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31
 

Schlagwörter