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Schule & Projekte

Radio im Klassenzimmer am Friedrich Gymnasium

Schüler werden Reporter: Die 8. Klasse des Friedrich Gymnasiums hat für zwei Tage bei einem Radio-Workshop teilgenommen. Mit Hilfe des Profi-Journalisten Albrecht Ackermann von der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) und ihres Lehrers Markus Ewel (Deutsch und Ethik) konnten die Schüler Radiobeiträge machen.

 
 

Die Atmosphäre ist fröhlich. Circa 15 Schüler bereiten sich mit Kopfhörern, Mikrofonen und Computern darauf vor, O-Töne zu bearbeiten, die sie am Vortag gesammelt haben. Die fünf Gruppen von zwei oder drei Schülern arbeiten zu unterschiedlichen Themen: Einige interviewten den VAG-Sprecher, andere einen Richter, eine andere Gruppe sprach mit einem Mädchen, das aus Syrien geflohen ist.



„The medium is the message“, erklärt der 57-jährige Lehrer Markus Ewel auf Englisch. Er ist seit drei Jahren am Friedrich Gymnasium und unterstreicht, wie wichtig es heute ist, Kindern im Umgang mit Medien zu schulen. Aber auch, sie davor zu warnen. Angesprochen wurden unter anderem Fake News. „Die Schüler waren schockiert“, sagt Ewel.



Im Workshop, der seit 20 Jahren angeboten wird, geht es darum zu lernen, „wie man das Was verändert“. Der kritische Umgang mit Medien wird in der Praxis geübt: Die Jugendlichen lernen, wie man Interviews führt und aus den gesammelten O-Tönen einen Beitrag macht.



Albrecht Ackermann von der LKJ nennt sich selbst „der Radiomann“. Er war Journalist bei RTL Radio und schrieb für die Abendzeitung München bevor er Medienpädagoge wurde. Der 60-Jährige freut sich, dass sich die Schüler „etwas Fremdes ausprobieren mit journalistischen Methoden“.



Der Radioexperte ist begeistert vom Engagement der Schüler bei seinem ersten Einsatz am Friedrich Gymnasium. Er begleitet sie bei der Recherche, der Vorbereitung und dem Bauen der Beiträge. Ziel ist, „aktiv im Medienbereich zu arbeiten“. Während er erzählt, sind die Schüler mit der Vorbereitung fertig, jetzt geht’s ins „Studio“ - eine Sprecherkabine im Nachbarzimmer. Dort werden ihre Stimmen für die Beiträge aufgenommen.



Charlotte (14) und Carla (13) dürfen als nächstes in die Kabine. Die zwei Mädchen haben zum Thema Flüchtlinge gearbeitet. Dafür haben sie die Pflegeschwester von Carla interviewt. Auch wenn es „ziemlich hart für Gharam war, über ihre Geschichte zu sprechen“, hat es den zwei Schülerinnen Spaß gemacht, sich im Radiomachen auszuprobieren.



Die 12-Jährige Interviewpartnerin ist aus Syrien geflohen. Ihre Eltern wurden in der Türkei gestoppt, jetzt lebt Gharam bei Carla und auch manchmal bei ihrem Opa in Freiburg. „Es war seltsam, Gharam wollte im Interview nicht mehr als „Ja“ oder „Nein“ auf unsere Fragen antworten“, erinnert sich Charlotte. Sie erzählte den beiden, wie frei sie sich in Deutschland fühlt: Hier braucht sie kein Kopftuch zu tragen.



Die produzierten Beiträge werden bei bigFM gesendet. Wollen Carla und Charlotte mal Journalistinnen werden? „Es hat sehr viel Spaß gemacht, war aber so anstrengend!“, sagt Carla. Medienpädagoge Ackermann ermutigt sie: „Wenn man Journalist ist, trifft man immer interessante Leute.“ So auch die beiden Nachwuchsreporterinnen, als sie das Schicksal von Gharam aufgezeichnet haben.

 

 

 

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