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Schule & Projekte

Freiburger Jugendforum: Junge Menschen zum Mitmachen gesucht

Das Programm „Demokratie leben!“ ist ein deutschlandweites Förderprogramm. Aus den sogenannten Jugendfonds werden Projekte für junge Menschen gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit finanziert, auch in Freiburg. Im f79-Interview hat die Projektkoordinatorin Larissa Schober (siehe unten) mit Isabel Barquero über die Projekte gesprochen. Aktuell sind noch 2000 Euro Fördergelder übrig. Für 2017 werden daher noch Projekte gesucht. Außerdem will das Freiburger Jugendforum größer werden und lädt alle Interessierten am 13. April zu einem Treffen ein.

 
 

f79: Was wird in Freiburg gefördert und mit welchem Ziel?

Schober: Beim Jugendfonds geht es darum, Jugendlichen eine Möglichkeit zu geben, sich einzubringen, eigene Projekte auf die Beine stellen zu können und die Erfahrung zu machen, dass sie etwas bewegen können und dabei nicht abhängig von Erwachsenen sind. Vergangenes Jahr wurde mit den Fördergeldern beispielsweise das Projekt „Wachs mal (in) Farben“ unterstützt. Hierbei durften Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung die Außenwand des Freiburger Flüchtlingswohnheims St. Christoph gestaltet.

 

f79: Es stehen noch 2000 Euro Fördergelder zur Verfügung. Wie kommen Jugendliche an das Geld?

Schober: Die Idee ist, das nächste Treffen des Freiburger Jugendforums abzuwarten, das am 13. April stattfindet. Das Forum hat die Entscheidungsinstanz für den Jugednfonds, daher wird dort besprochen, was mit dem Geld passieren soll. Vielleicht entscheidet sich die Jugendlichen im Forum dazu, selbst eine Veranstaltung oder ein Projekt zu organisieren (jeder der/die zu dem Treffen kommt kann dann auch mitentscheiden). Sollte das nicht der Fall sein oder sollte nach der Kalkulation für ein eigenes Projekt noch Geld übrig sein, können weitere Anträge gestellt werden.

f79: Sind schon Anträge für die 2000 Euro eingegangen?

Schober: Eine Gruppe junger Filmschaffender will zum Beispiel einen Antrag zu einem Filmprojekt stellen, dass sich mit Rassismus und Generationskonflikten beschäftigt. Sollten mehr Anträge eingehen als Geld vorhanden ist (was bisher selten der Fall war) diskutiert das Freiburger Jugendforum darüber, welche Projekte es am wichtigsten findet und entscheidet dann.

 

f79: Bis wann können die Anträge eingereicht werden?

Schober: Eine Deadline gibt es nicht, aus organisatorischen Gründen macht es aber Sinn, die Anträge schnellstmöglich zu stellen, spätestens im Mai. Die Projekte müssen dieses Jahr anfangen und im Idealfall auch enden.

 

f79: Welche Projekte sind für 2017 schon bewilligt?

Schober: Für 2017 sind bereits fünf Projekte bewilligt (Namen und Projektbeschreibungen s.u.). Zurzeit findet die Planungsphase zu einem Projekt von Schülerinnen, die Interviews mit Obdachlosen in Freiburg führen wollen. Außerdem wollen wir das Freiburger Jugendforum vergrößern und eventuell auch vom Forum aus noch ein Projekt auf die Beine stellen. Wie genau das alles aussehen könnte soll auf dem nächsten Treffen des Forums besprochen werden – es gibt also viele Möglichkeiten sich einzubringen.

 

f79: Gibt es für die Antragstellung gewisse Kriterien?

Schober: Die Kriterien sind relativ weit gefasst – gefördert werden Projekte, die ziviles Engagement, demokratisches Verhalten, Vielfalt und Toleranz in der Gesellschaft fördern. Die Projekte sollten den Themenfeldern interkulturelle Öffnung, Werte, Antidiskriminierung und/oder Bekämpfung von Rassismus und Rechtsextremismus zuordnungsbar sein. Außerdem müssen die Antragsteller unter 27 Jahre alt sein. Die Kriterien sind absichtlich offen gehalten, damit Jugendliche nicht gleich von umständlichen Regulationen abgeschreckt werden.

 

Habt ihr Lust bekommen euch einzubringen? Für die Osterferien ist ein Kennenlern-Treffen angesetzt, und zwar am Donnerstag, den 13. April um 16 Uhr in den Räumen des iz3w (Kronenstraße 28, Hinterhaus).

Mehr Infos zum Freiburger Jugendforum und deren Projekte gibt es unter www.respect-freiburg.net


 

Geplante Projekte für 2017


Frauen-Fitness: Sport verbindet und ermöglicht niedrigschwellige Kontaktaufnahme. Mit dieser Prämisse arbeitet das Projekt. Zweimal die Woche leiten zwei Studentinnen eine Sportgruppe für Frauen mit und ohne Fluchterfahrung an. Über den Sport wird die Möglichkeit zum interkulturellen Austausch und dem Beziehungsaufbau zwischen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen geschaffen. Denn es soll nicht bei gemeinsamem Sport bleiben- das Projekt organsiert darüber hinaus Besuche zwischen den Teilnehmerinnen, die den Austausch jenseits der Fitness fördern sollen.

Multikulti goes green: Klettern, schwimmen, Lagerfeuer- eine Gruppe Jugendlicher aus Freiburg erobert unter erlebnispädagogischer Anleitung von Studierenden die Freiburger Wälder und Parks. Einmal die Woche treffen sie sich, die Bandbreite der Aktionen reicht dabei von Ausflügen in den Kletterpark über Improvisations-Theater bis zu gemeinsam am See chillen. Das Ziel ist dabei, Locals und Geflüchtete zusammen zu bringen, unterschiedliche Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und Freundschaften zu schließen. Zum Abschluss des Projekts verbringt die Gruppe ein Wochenende in den Bergen.

Auf Augenhöhe: Wie kann man die Abhängigkeitsstrukturen und Hierarchien, die leider allzu oft im Umgang zwischen geflüchteten Menschen und Menschen, die hier aufgewachsen sind, entstehen, überwinden? Mit dieser Frage setzt sich eine Gruppe mit und ohne Fluchthintergrund auseinander, die eine Gesprächsrunde an der Pädagogischen Hochschule Freiburg anleiten. Das Ziel der Gruppe ist es, sich gleichberechtigt und „Auf Augenhöhe“ zu begegnen, ohne die strukturelle Ungleichheit zwischen den Beteiligten zu ignorieren. In den Gesprächsrunden werden Themen besprochen, die alle anwesenden beschäftigen, zum Beispiel Frieden, Rassismus und Migration.

Roma Bundesjugend Treffen: Seit Jahren findet das Roma Bundesjugendtreffen von Amaro Drom e.V. an wechselnden Orten statt, dieses Jahr in Freiburg. Neben internen Workshops wird es am ersten Oktoberwochenende ein großes öffentliches Festival im Seepark geben. Einen Nachmittag lang werden junge Musikgruppen aus der Region auftreten.

 

 

 

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