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Schule & Projekte

Nominiert für Berliner Festspiele: Schülertheater stellt sich der Jury

Die 12. Klasse der Freien Waldorfschule (FWS) Freiburg-Rieselfeld ist mit ihrer Inszenierung "das bin ich nicht" zum Theatertreffen der Jugend im Rahmen der Berliner Festspiele nominiert. Am Sonntag, 19. März, müssen die 25 Schüler vor einer Jury bestehen. Dafür wird diese Woche täglich geprobt. Die Fahrt nach Berlin wäre eine "eine großartige Zeit".

 
 

2016 ist die rechtspopulistische Partie AfD in drei Bundesländern in den Landtag eingezogen. Zeitgleich befasste sich die jetzige 12. Klasse der FWS Freiburg-Rieselfeld damit, was sie als "Zwölftklassstück" inszenieren. Dieses ist ein fester Baustein im Lehrplan der Waldorfschulen. Innerhalb eines gegeben Zeitrahmens bricht die gesamte Klasse aus dem Schulalltag heraus, um ein Theaterstück auf die Bühne zu bringen.

So trafen die 25 Schüler fünf Regisseure und freuten sich, "dass die Betreuerstunden, in denen sonst unangenehm dringlich unter anderem auf Portfolioarbeiten hingewiesen wurde, diesbezüglich genutzt wurden", berichtet Fiona Lehmann in Vertretung ihrer Klasse.

Der letzte, Caspar-Maria Russo, hatte aus Gedanken zur AfD ein Theaterstück geschrieben. Mit Fragen, die man sich auch in der Klasse stellte. Zum Beispiel: Wie können Menschen andere Menschen ablehnen? Fragen auch nach einem Roten Faden vom Holocaust zum Alltagsrassismus heute. Die Wahl des Regisseurs fiel damit auf Caspar-Maria Russo.

Die Klasse schwebte eine Szenencollage vor. So knüpften die Schüler ein Fragment aus den Texten des Regisseurs, zusammen mit Ausschnitten der "Ermittlung" von Peter Weiss, sodass man die Thematiken des Holocausts und der momentanen gesellschaftlichen Situation gegenüber- und nebeneinanderstellen konnte.  Auch Facebook-Kommentare finden sich darin wieder.

Nach vier Wochen "unheimlich intensiven Proben" feierte das Theaterstück "das bin ich nicht" im Oktoker Premiere. Nach drei Aufführungen ist das Projekt für gewöhnlich abgeschlossen.
 Doch in der "breit vor sich hin grinsenden Euphorie der Theaterphase" bewarb sich die Gruppe mit der Inszenierung zu den Bundeswettbewerben der Berliner Festspiele. In der Hoffnung für das Theatertreffen der Jugend nominiert zu werden.

Nun erreichte die freudige Nachricht die Klasse: Aus 114 Einsendungen ist die Inszenierungen "das bin ich nicht" eine von 20 Nominierten, berichtet Fiona. Die Auserwählten werden bis Ende März von einer Jury der Berliner Festspiele live gesichtet. Was für die 12. Klasse bedeutet: innerhalb kürzester Zeit proben, proben, proben.

Die entscheidende Aufführung
ist am Sonntag, 19. März, ab 15 Uhr im Saal der Freien Waldorfschule Freiburg-Rieselfeld. Dann wird nicht nur die Jury anwesend sein, die Isnzenierung ist offen für alle. Der Eintritt ist frei.

Das Theatertreffen der Jugend steigt vom 2. bis 10. Juni in Berlin im Rahmen der Berliner Festspiele statt. "Für uns als Klasse würde diese Fahrt eine großartige Zeit bedeuten", sagt Fiona. Nicht nur als gelungener Abschluss nach zwölf Jahren Schule, auch wegen der Begegnung mit anderen theaterbegeisterten Gruppen. Zudem könne man so die Leitfrage des Stücks nach einer Wiederholung des Holocausts in die Welt hinaustragen.


Aufführung am Sonntag

Die 12. Klasse der Freien Waldorfschule Freiburg-Rieselfeld führt ihr Theaterstück "das bin ich nicht" am Sonntag, 19. März, auf. Der Eintritt zur Aufführung im Saal der Schule ist frei. Los geht's um 15 Uhr. Zur Facebookveranstaltung geht's hier.

 

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