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Schule & Projekte

Chance Cup - Freiburger Schüler simulieren eine Firma

„Chance Cup“, so nennt sich das Projekt, das die Handwerkskammer Freiburg vor fünf Jahren ins Leben gerufen hat. Dabei geht es darum, dass eine Gruppe von Schülern eine virtuelle Schreinerei in einer Computersimulation über einen gespielten Zeitraum von einem Jahr führt. Im wahren Leben dauert das Projekt nur zwei Stunden, in denen die Schüler der Frage „Wie führe ich ein Unternehmen?“ näherkommen. Auch eine Schülergruppe aus der Freien Christlichen Schule hat teilgenommen und sich danach in einer echten Schreinerei umgeschaut.

 
 

Dominik Kleinhans steht im Präsentationsraum seiner Schreinerei, redet und gestikuliert dabei mit seinen Armen. Um ihn stehen die neun Zwölftklässler des Technischen Gymnasiums und hören ihm zu. Welche Materialien werden am besten wo gekauft, wie werden Angebote erstellt, wie führt man Kundengespräche, wie betreibt man Marketing. Kleinhans schneidet in einem improvisierten Vortrag alle Bereiche an, mit denen er als Chef eines mittelständischen Betriebes tagtäglich konfrontiert ist. In seiner Schreinerei sind ein Meister, vier Gesellen, ein Lehrling sowie ein Verkäufer und eine Sekretärin fest angestellt. Der Präsentationsraum sieht edel aus, Kleinhans führt selbst angefertigte Möbel vor und lässt aus einer Kommode per Knopfdruck einen Fernseher hochfahren. „Die Arbeiten einer Schreinerei haben sich verändert. Mit einem Meister Eder, der an der Werkbank steht, hat das nicht mehr viel zu tun“, erzählt Kleinhans, „auch wenn es das natürlich im Kleinen immer noch gibt.“


Danach geht es runter in die Werkstatt.
Keine kleinen Werkbänke sind zu sehen, große Maschinen stehen herum, Sägegeräusche durchschneiden die Luft, es riecht nach Holz. Die Schüler stehen als Beobachter mitten im Ablauf einer Firma, den sie betriebswirtschaftlich mit der Lernsoftware imitiert haben. „Es ist interessant, das mal mit eigenen Augen zu sehen“, sagt Matthias Schlosser, einer von ihnen. „Das Projekt hat Spaß gemacht. Wir haben uns in vier verschiedene Gruppen aufgeteilt und uns untereinander ausgetauscht. Die Vorbereitung und die Simulation selbst haben wir dann im Unterricht und einem zusätzlichen Nachmittag gemacht.“ Auch seine Mitschülerin Jenny Resterer fand trotz anfänglicher Skepsis Gefallen daran. „Ich bin ja eines von vier Mädchen, die teilgenommen haben, und ich muss sagen, ich hätte gedacht, dass das eher schlimm und langweilig werden könnte. War es aber gar nicht“, erzählte die Siebzehnjährige.


Insgesamt 300 Schüler an 25 verschiedenen Schulen haben am Chance-Projekt teilgenommen,
dem „Strategiespiel mit Realitätsbezug“, wie es Michael Geisler von der Handwerkskammer beschreibt, der das Projekt betreut. Auch Wolfgang Lorenz, Wirtschaftskundelehrer der Klasse, war angetan. „Wenn man Wirtschaft unterrichtet, muss man Bezug zur Realität herstellen, sonst funktioniert das nicht. Und mit diesem Projekt und dem Besuch hier geschieht genau das“, unterstreicht Lorenz. Wirtschaft findet schließlich nicht in Schulbüchern statt. Ohne jene ist der Erfolg darin aber auch schwierig zu erreichen. Der „Chance Cup“ schafft für Schüler, die vor dem Abschluss stehen und sich Gedanken um ihre berufliche Zukunft machen, zumindest eine erste Schnittstelle. Was es braucht, um ein guter Unternehmer zu werden, formuliert Dominik Kleinhans am Ende ganz simpel: „Ein Ziel.“

 
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