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Kommentar zur OB-Wahl: Vergessene Jugend

Wählen ab 16, davon profitiert f79-Autor Johannes Bader als 18-jähriger Erstwähler nicht mehr. Trotzdem findet er die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Er sagt aber: Die Jugend ist im Wahlkampf um den Freiburger OB-Sessel in großen Teilen vergessen worden. Und das hat einen Grund.

 
 

Darum ist es umso wichtiger, dass wir als nächsten Schritt unsere Meinungen und Wünsche äußern können. Es gilt: Aufeinander zugehen. Und das nicht in Form von Informationsständen oder langweiligen Artikel in der Tageszeitung. Sondern unserer heutigen Zeit gerecht: online.

Eine übersichtliche Website zu gestallten, haben die meisten der sechs Kandidaten ja schon geschafft. Aber da geht noch mehr. Wie zum Beispiel auf etablierten Social-Media-Plattformen präsent zu sein, Videobotschaften, Onlinebefragungen und so weiter. Manche machen das ja schon, aber nicht alle scheinen begriffen zu haben: Auf Sozialen Netzwerken präsent zu sein, ist kein Extra, sondern Standard geworden.

Oder wie wäre es mit einem Besuch der Kandidaten an Schulen? Oder einer Podiumsdiskussion? Sich die Meinungen und Wünsche der Schüler anzuhören und diese mit in den Wahlkampf zu nehmen? Aber wieso macht das keiner wenn der Aufwand doch so gering ist?

Die Antwort ist einfach: Wir Jugendlichen sind nur ein Bruchteil (175.000 Wahlberechtigte, 1,4 Prozent der Wähler) der potentiellen Wählerschaft. Heißt: Wir bringen zu wenig Stimmen als dass sich der Aufwand lohnen würde. Deswegen wird kaum auf uns eingegangen, das Wahlprogramm nur mäßig an die Anforderungen Jugendlicher angepasst und Jugendpolitik findet nicht wirklich seinen Anklang in der Kommune.

Statt sich den Kopf über den nächsten Stadtteil zu zerbrechen, wäre es schön, die bestehenden zu Ende zu bringen: Öffentliche Plätze für Jugendliche, faire Nahverkehrstarife, Renovierung so mancher Gebäude in der Innenstadt, ein breiteres Sport und Freizeitangebot und dazu gehören auch Sporthallen.

In erster Linie gilt es also nicht nur das Wahlalter zu senken, um uns Jugendlichen eine Chance zu bieten. Sondern das Thema Jugendinteressen mit Überzeugung anzugehen und nachhaltig zu denken. Was aber die Politik und insbesondere die bürgernahen Oberbürgermeisterkandidaten mit dieser Möglichkeit anfangen, ist deren Bier. Bisher habe ich vom Interesse der Kandidaten für Jugendliche Erstwähler noch nicht viel gemerkt.


Zum Autor


Johannes Bader ist 18 Jahre und besucht das Gymnasium der Freien Christlichen Schule in Landwasser. Er schreibt für das f79-Magazin über die Oberbürgermeisterwahl.

 

 

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