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Musik & Medien

Buch-Tipp: Von Mobbing verstehen Erwachsene nichts

Eltern, Lehrern, Psychiater - keiner nimmt die Probleme der Jugendlichen ernst. Dafür werden sie unter Druck gesetzt durch zu hohe Erwartungen. Genau darum geht's im Roman „Frühaussteiger“ von Erik D. Schulz. Das Buch handelt von Mobbing und der Gleichgültigkeit von Lehrern und Schülern gegenüber dieser stumpfen Art der Gewalt. Für den 15-jährigen Sebastian ist der Ausweg irgendwann klar: die Schule schmeißen und abhauen.

 
 

Die Nervosität und Unruhe vor dem ersten Schultag kennt jeder. Sebastian hat aber besonders Angst: Er hat die Schule gewechselt und befürchtet mit seiner introvertierten Art zum Außenseiter zu werden.

So kommt es: Der Neunklässiger versucht erfolglos, eine Clique zu finden. Im Unterricht klappt's nicht besser: die Noten werden schlechter, eine sadistische Mathelehrerin verspottet ihn.

Mark und Ben, gewalttätige Jungs, nutzen jede Möglichkeit, um Mitschüler zu mobben. Besonders auf Pascal haben sie es abgesehen. Bei einer heftigen Prügelei, mischt sich Sebastian ein und schlägt zu. Pascal muss danach in der Psychiatrie; Sebastian wird das neue Opfer der zwei Mobber.

Der Druck seiner Eltern,  gute Noten zu liefern, desinteressierte Lehrer und Selbstzweifel treiben Sebastian in ein schwarzes Loch. Die Erinnerung an seinen verstorbenen Vater und der Konflikt mit dem neuen Stiefvater verschlechtern seine Laune. Hoffnung? Fehlanzeige.

Nur Annika aus der Parallelklasse könnte vielleicht helfen. Sebastian hat sich in sie verguckt. Schafft er es so vielleicht doch, seine Probleme zu lösen? Oder ist Flucht der bessere Weg?

Der Autor steht zwischen zwei Welten: die der Jugendlichen und die der Erwachsenen. Die dunkle Seite des jungen Sebastian beschreibt er präzise und einfühlsam. Auch die der Erwachsenen bringt er detailliert und eindringlich auf Papier.

Der Roman erzählt von Hoffnungslosigkeit und fehlender Unterstützung der Eltern. „Frühaussteiger“ kritisiert deren Haltung gegenüber den Problemen der Jugendlichen. Kein Erwachsener nimmt im Buch die Schwierigkeiten der Teenager ernst. Die Frustration junger Menschen darüber, hat er auf 154 Seiten festgehalten.

Am Ende bleiben viele Probleme ungelöst. Etwas anderes ist nicht zu erwarten: In unserer Gesellschaft sind diese Konflikte Alltag. Das Buch ist ein Hilfesschrei, aber kein Lösungsansatz. Was Sebastian am Ende tut, sollte man sich nicht zum Vorbild nehmen. Ein erschütterndes Buch, das zum Nachdenken anregt.

 

 

Frühaussteiger

Delphi International Publishing
154 Seiten
Erik D. Schulz

 

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