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Buchtipp: Abenteuerreise durch den Spiegel

Das Kind wünscht sich eine „Abenteuergeschichte, die spannend und nicht so gruselig ist und in der es eine Liebesgeschichte gibt“. So erzählt die Mutter die Geschichte von Isabel Parks. Die 16 Jahre alte Schülerin gelangt durch einen Spiegel in eine fremde Welt voller Abenteuer. Kaum zu glauben, dass der Roman „Hinter dem Spiegel – Tödliche Dornen„ von einer 14-Jährigen geschrieben wurde, findet f-79 Autorin Valentina Poveda.

 
 

Isabel Parks zieht gegen ihren Willen in ein altes Haus um. Ohne die Warnung ihrer Mutter zu hören, geht sie auf den Dachboden, wo sie einen Spiegel findet. Als sie eine Kordel am Spiegel anfasst, wird sie wie von einem Wirbelsturm auf die andere Seite getragen. Dort trifft sie Demon, ein Monster mit Flügeln. Sie ist so erschrocken, dass sie gleich wieder geht. „Komm zurück“, schreit Demon ihr zu.

In der realen Welt stirbt plötzlich ihre Freundin. Sie soll sich vom Spiegel fernhalten, wenn sie weitere Morde verhindern will, steht auf einer Notiz. Trotzdem kehrt sie zur Arandeen, der Spiegelwelt, zurück. Demon, der sich in einen Mensch verwandelt, wenn er fern des Spiegels ist, zeigt ihr die beeindruckend hübsche Welt.

Aber nicht alles ist so schön, wie es scheint. Die tyrannische Königin Lydia hat durch ihre Schattenstreifer alle Menschen unter Kontrolle. Die Wesen verwandeln sich in Schatten und dienen der Überwachung. Einer ist besonders gefährlich: Der Schatte, ein blinder Gestaltenverwandler, verängstigt jeden Einwohner.

Lydia gilt als unsterblich. Sie hat aber eine einzige Angst: Isabel Parks. Das Mädchen stellt eine Gefahr dar, weil sie aus der anderen Welt kommt. Die Königin versucht erfolglos, sie durch die Morde ihrer Freunde fernzuhalten.

Zusammen mit Demon und seinen Freunden Aleana und Simon macht Isabel eine abenteuerliche Reise. Auf der Suche nach etwas, das Königin Lydia töten kann. Sie stellt sich mehreren Gefahren, begegnet unerwarteten Verbündeten und findet ihre große Liebe.

Die Mischung aus Rebellion und Fantasie erinnert an die leichte Feder von Lewis Carroll bei „Allice im Spiegelland“. Wenn einem beim Lesen plötzlich wieder klar wird, dass eine 14-Jährige das Buch geschrieben hat, ist man baff. Ihr frischer Stil webt eine spannende Geschichte, mit mehreren Wendungen.

Die junge Autorin schildert eindrücklich die Situationen und Orte. Dadurch wirkt die Geschichte so realistisch, dass man in die Versuchung kommt, durch den eigenen Spiegel zu reisen. Als Jugendliche weiß sie, was Jugendliche lesen wollen. Deren Gefühle und Empfindungen der Welt kennt sie bestens. Autor und Leser sind auf demselben Level.

Obwohl die plötzlichen Perspektivwechsel ohne eine bestimmte Reihenfolge nicht ideal sind, verliert man nie den Roten Faden des Romans. Die komplizierte Welt hinter dem Spiegel bleibt beim Leser hängen. Die Geschichte hat noch mehr Potential und Möglichkeiten. Wir warten ungeduldig auf den zweiten Teil.




Hinter dem Spiegel - Tödliche Dornen

Deutsche Literaturgesellschaft

337 Seiten

Henriette Hermine Settmacher

 

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