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Inspiration Manga - Kulturtragende Comics in der Nahaufnahme

Wir lassen uns immer wieder von der Kunst verschiedener Kulturen inspirieren. So auch von den Zeichnungen der japanischen Mangas, die zwar heute nicht mehr so angesagt sind wie noch etwa vor fünf Jahren, aber immer noch eine große Anhängerzahl haben. Wie steht Deutschland zu den Comics aus Fernost? Wie wirken sie auf uns? Und was sind Mangas überhaupt? Diesen Fragen hat sich f79-Autorin Senay Tekeli gewidmet und im Gespräch mit dem Besitzer des Freiburger Comicladens „X für U“ Ulrich Pröfrock Interessantes herausgefunden.

 
 

„Manga“ ist die Bezeichnung für japanische Comics. Die Zeichnungen sind meistens schwarz-weiß. Die Geschichten erscheinen fast ausschließlich im Taschenbuchformat und kosten etwa sechs bis acht Euro. Wer zum ersten Mal ein echtes Manga aufschlägt, könnte sich übrigens wundern. „Entsprechend der japanischen Leserichtung liest man Mangas von rechts nach links und von hinten nach vorne“, erklärt Ulrich Pröfrock, Leiter des Comicladens X für U.

Mangas sprechen hier in Deutschland vor allem Menschen unter zwanzig Jahren an, doch sind die Themen, denen sich die Geschichten widmen, so vielfältig, dass es für jede Altersgruppe ein passendes Manga gibt. Vom Comic für Kinder bis hin zu Senioren zeichnen Manga-Zeichner, auch Mangaka genannt, für jede Altersgruppe.


Verfilmte Mangas nennt man „Anime“.
Besonders die Serie „Dragonball“ vom Mangaka Akira Toriyama, die Ende der 90er bei uns im Fernsehen lief, sorgte in Deutschland für großes Aufsehen. Er inspirierte mit seinen Zeichnungen auch Menschen hierzulande, Mangas zu erschaffen. Nicht selten werden talentierte Mangakas in Deutschland übrigens auf Zeichenwettbewerben entdeckt: Zwei der bekanntesten finden alljährlich bei den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig statt. „Und einige von denen haben sich inzwischen in der Szene auch schon einen Namen gemacht“, weiß Pröfrock.
Doch besitzen deutsche Mangas ein anderes Feeling als die japanischen und sind selbst im eigenen Land längst nicht so häufig vertreten wie die Originale aus Fernost. Die Unterschiede liegen auch an den verschiedenen Schreibsystemen. Japaner besitzen eine andere Bildschriftsprache und haben daher eine völlig andere Erzählweise als die deutschen Mangakas. „Und egal wo die Geschichte spielt, japanische Mangas tragen immer ihre eigene Kultur mit sich“, meint Pröfrock.


Auch Mangas aus Südkorea
, sogenannte „Manhwa“, und China („Manhua“) werden hier in Deutschland angeboten. „Die südkoreanischen Mangas sind inhaltlich interessanter als die deutschen“, findet der Freiburger Comicladen-Besitzer, „aber schon durch die europäische Leserichtung von links nach rechts sind sie bei Kennern nicht so beliebt.“ Auch die erfolgreiche Serie Dragonball wurde erst in Europa bunt und auch von links nach rechts als Manga erstellt. „Damit sollte es der amerikanischen Comicfassung ähnlicher werden“, erklärt der Comic-Experte, „und so erst in Europa und später weltweit Erfolg haben.“ Das Konzept ist scheinbar aufgegangen, Dragonball ist inzwischen neben „Naruto“ oder „One Piece“ jedenfalls eine der beliebtesten Mangareihen auf unserem Planeten.


Mangas sind nicht nur einfache Comic-Zeichnungen, sondern haben viel mehr Bedeutung. Beim Lesen tauchen die Fans nicht nur in die Rolle der Hauptfigur, sondern gleich in eine ganze Kultur ein – und lassen sich so inspirieren.

 
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