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Leute & Leben

Vegan auf Probe: Fünf Tage ohne tierische Produkte

Kein Fleisch, keine Eier, keine Kuhmilch. Nur 1,6 Prozent der Deutschen leben vegan. Wie schwierig ist es, komplett auf tierische Produkte zu verzichten? Die f79-Autorinnen Jana Streck und Luca Gräfingholt haben es ausprobiert. Und dabei gemerkt: Mit etwas Vorbereitung geht das ganz gut. Wenn nicht gerade jemand Kuchen mitbringt.

 
 

Tag 1: Start als Pflanzenfresser
Um mit den richtigen Lebensmitteln in die Woche zu starten, haben wir am Wochenende einen Großeinkauf gemacht. Schnell wird uns klar, dass unser Einkauf für diese Woche anders aussehen wird. Butter, Milch und Fleisch müssen wir von der Liste streichen. Stattdessen landen Sojamilch, Reis, Linsen, Nüsse im Einkaufwagen. Außerdem: jede Menge Obst und Gemüse.

Unser erstes Frühstück als Veganer: So viel ändern müssen wir gar nicht. Bis auf die Kokosnussmilch im Kaffee und den Mandeljoghurt in der Schüssel ist nicht viel anders. Easy. Dann geht’s in die Schule. Da essen wir regelmäßig in der Mensa. Das geht diese Woche nicht. Denn die Schulküche bietet zwar vegetarisches Essen, aber nix Veganes. Also heißt es auch hier: vorplanen. Bei uns gibt’s heute Couscous-Salat.

Auf einmal Veganerinnen: Luca (links) und Jana

 

Tag 2: Schlimmer Schokokuchen
Schon am zweiten Tag wartet die erste große Herausforderung in der Schule auf uns: Eine Mitschülerin hat Kuchen gebacken und uns mitgebracht. Schokokuchen! Davon würden wir so gern ein Stück essen. Aber wir bleiben stark und ignorieren schweren Herzens die duftende Verführung. Als Ersatz gibt’s Avocado-Brot. Das schmeckt ehrlich gesagt gar nicht so schlecht.

„Mein Beileid“, sagen Freunde. Den Zuspruch können wir gebrauchen. Wir sind die Einzigen, die vegan aus der Reihe tanzen. In unserer Klasse sind nicht mal Vegetarier. In der Mensa gibt’s später statt Spaghetti Bolognese selbst gemachtes Linsengemüse mit Reis. Am Abend ist mal wieder kochen angesagt, und um den nächs­ten Tag zu überstehen, kochen wir die doppelte Menge. Quinoa mit Spinat, Süßkartoffel-Gemüse. Hmm, lecker.

 

Tag 3 & 4: Reine Routine
Mittlerweile ist das tägliche Planen und Kochen Routine. Vegane Produkte sind zwar etwas teurer. Dafür sparen wir aber bei Fleisch und Süßigkeiten. Die könnten wir zwar essen, wollen es aber die Woche mal richtig gesund angehen. Wenn schon, denn schon.

Im Internet finden wir viele ansprechende vegane Rezepte und es macht Spaß, sie auszuprobieren. Selbst für den uns verbotenen Kuchen können wir leckeren Ersatz finden: Dattelpralinen mit Kokosraspeln. Bis auf den Honig auf unserem Frühstücksbrötchen haben wir heute nichts vermisst.
Wir merken: Vegan kochen ist gar nicht so schwer. Allerdings ist die Woche noch nicht rum ...

Tag 5: Achtung, Hot Dog
Heute geht’s zu Ikea. Das Rumschlendern macht hungrig. Am Ausgang duftet es verführerisch: Es gibt Hot Dogs. Unsere Freunde stürzen sich voller Vorfreude auf die Brötchen. Vor unseren Augen beißen sie genüsslich in die saftige Wurst und grinsen uns an.

Schwach werden? Nein! Der Hot Dog muss heute leider ausfallen. Um nicht leer auszugehen, kaufen wir uns im nächsten Supermarkt Trostbananen. Außerdem gönnen wir uns heute vegane Rezepttipps von YouTuber Gaz Oakley. Sein Kanal avantgardevegan ist richtig cool. Schnell sind die Hot Dogs vergessen.

 

Fazit
Wer sich auf vegane Ernährung einlässt, muss auf Vieles verzichten. Nicht nur auf ein leckeres Steak oder das ein oder andere Abendessen mit der Familie. Auch ein Teil Spontanität im Alltag fällt weg. Beispielsweise der Cappuccino bei Freunden oder ein Döner bei Heißhunger. Jedoch zwingen gerade diese Einschränkungen dazu, einen geplanten Tagesablauf zu schaffen. Man muss sich einfach im Vorfeld Gedanken zu seinen Mahlzeiten machen.

Bei uns hat das dazu geführt, dass wir regelmäßiger und gesündere Portionen gegessen haben. So hatten wir mehr Energie und sogar unsere Laune im Alltag ist besser geworden! Durch die vielen Tabus haben wir zudem einiges an Selbstbeherrschung und Disziplin dazugewonnen. Eigenschaften, die in vielen Bereichen des Lebens weiterhelfen werden. Wir raten jedem: Versucht es doch auch mal. Eine Woche vegan ist gar nicht schwer. Vollzeit-Veganer sind wir so zwar nicht geworden. Wir ernähren uns aber bewusster und leben gesünder.

 

Vegane Tipps in Freiburg

Freundsaft: Lehenerstr. 13 // Bei Freundsaft gibt’s Biosäfte aus Obst und Gemüse.

Edo’s Hummus Küche: Grünwälderstr. 10 // Leckeres hausgemachtes Hummus bietet Edo’s in der Freiburger Innenstadt.

Huber: Wentzingerstr. 46 // Im Café ­Huber gibt’s Vegetarisches und ­Veganes. Täglich wird Linsen-Dal serviert.

El Haso: Leopoldring 1-3 // Das wohl veganste Restaurant der Stadt heißt El Haso. Kreative Küche, gute Auswahl.

 

 

 

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