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Leute & Leben

Lauras Auslandjahr in Arizona: „Amerikaner lieben Akzente“

Viele Jugendliche machen nach der Schule ein Auslandsjahr. So auch Laura: Die 16-Jährige aus Titisee-Neustadt besucht seit Juli eine Schule in Arizona. Ein Jahr lang bleibt sie in dem US-Bundesstaat. „Ich wusste nicht genau, was nach meinem Realschulabschluss machen soll“, erzählt sie f79-Autorin Lena Rebholz. An ihrer neuen Schule musste Laura erstmal ein Vorurteil beseitigen.

 
 

Vom kleinen Titisee-Neustadt raus in die große weite Welt: Seit dem 25. Juli lebt Laura in Verrado, einer kleinen Stadt, 30 Autominuten entfernt von der Bundesstaat-Hauptstadt Phoenix. 1,4 Millionen Menschen leben dort. Und die Südbadenerin.

„Ich will die Welt entdecken“, schreibt Laura aus Arizona. Für sie war klar, in ein englischsprachiges Land zu reisen. „Sind die ganzen High-School-Klischees wahr?“, wollte sie herausfinden. Schnell stellte die Schülerin fest, dass auch die Amerikaner gegenüber den Deutschen Klischees haben: Ihre neuen Klassenkameraden dachten, dass sie nur deutsche Musik hört - was natürlich nicht stimmt.

Laura ist mit der Organisation Youth for Understanding unterwegs, einem Netzwerk gemeinnütziger Organisationen aus vielen Ländern. Die Organisation bietet Schulaufenthalte in mehr als 40 Ländern an. Für ein halbes oder ganzes Jahr. Für den Aufenthalt zahlt Laura 11.800 Euro. Mit ihrer Wahl ist sie bisher sehr zufrieden.

 

Endlos: Laura bei einem Ausflug zum Grand Canyon.

 

Die 16-Jährige geht auf die High School in Verrado. Der Alltag ist nicht viel anders als der eines deutschen Schülers. „Die Schule fängt um 8:05 Uhr an. Ich bin bis 15:05 Uhr dort und mache Hausaufgaben, esse etwas und entweder schaue ich dann noch einen Film oder eine Serie mit meiner Gastfamilie, dann ist es auch schon Zeit um schlafen zu gehen“, erzählt sie. Das Schulsystem sei dagegen anders: Sie hat nicht jede Stunde die selben Mitschüler. Jeder wählt am Anfang des Schuljahres seinen individuellen Stundenplan. „So habe ich in jedem Fach andere Mitschüler”, erzählt Laura.

Sie ist gut angekommen und bei ihren Mitschülern wegen ihrer Aussprache beliebt: „Amerikaner lieben Akzente“, erzählt Laura. Sie hat sich von Anfang an bei ihrer Gastfamilie wohl gefühlt. „Klar war es in den ersten Tagen ein bisschen komisch, ich bin zum Beispiel nicht ohne zu Fragen an den Kühlschrank gegangen, um mir was zum Snacken zu holen.“ Mit der Zeit habe sich das aber geändert.

Momentan nimmt Laura an keiner AG teil. Doch ab Ende Oktober wird sie wahrscheinlich Fußball spielen. Schon in Deutschland kickte sie rund sechs Jahre im Verein. Am besten gefällt ihr in den USA, dass die Menschen so freundlich sind. Das merkt sie zum Beispiel im Supermarkt: „Der Kassierer fragt, wie es dir geht und wie dein Tag war.“ Ihr ist zwar bewusst, dass das nur eine Höflichkeitsfloskel ist, aber sie findet es trotzdem schön. Etwas anderes gefällt ihr beim Einkaufen dafür weniger: „Wenn man in den Supermarkt geht, kommt man mit so vielen Plastiktüten nach Hause. Es ist zum Teil schon heftig, was eine Umweltverschmutzung das mit sich bringt.“

Einfach ist der Aufenthalt nicht immer:„ Klar vermisse ich meine Familie und meine Freunde, aber das ist normal. Schließlich bin ich meilenweit von ihnen entfernt. Trotzdem genieße ich meine Zeit hier.“ Sie steht jeden Tag um 6:10 Uhr auf, um vor der Schule mit ihren Freunden schreiben zu können. Bei denen ist der Tag dann schon fast vorbei. Um die Uhrzeit ist es in Titisee-Neustadt schon 15:10 Uhr.

Auch kulinarisch vermisst sie die Heimat ein wenig: Ihr fehlen Brezeln und deutsche Süßigkeiten. Highlights gibt’s dafür in den USA genügend: Ihr erstes Footballspiel und eine Reise zum Grand Canyon waren bisherige Höhepunkte.

Laura macht nach ihrem Auslandsjahr erst mal Abitur. Und dann? „Vielleicht komme ich zurück nach Amerika“, sagt sie. Sicher ist das nicht. Ihr Aufenthalt hat ja gerade erst begonnen.


Youth For Understanding


Mehr Infos zu Youth For Understanding (YfU) gibt’s hier: www.yfu.de
Die Geschäftsstelle von YfU erreicht ihr unter Telefon 040 227002-0 oder per E-Mail an info@yfu.de

 

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