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Das Zielwasser ist wichtig: Von Backenblähmethoden beim Kirschkernweitspucken

Freiburgs neuer Champion heißt Konrad Wiemann. Bei den ersten offiziellen Kirschkern-Weitspuck-Meisterschaften auf dem Agrikultur-Festival im Eschholzpark setzte sich der erfahrene Profispucker gegen eine schwer unüberschaubare Schar von hoch motivierten Mitbewerbern um den Meistertitel durch. In einem nervenaufreibenden und heftig umjubelten Finale gelang ihm der Sieg über den jungen Amateur Baboucarr Boyé, seinen schärfsten Konkurrenten im streng geregelten dreitägigen Kampf um die Stadtmeisterschaft.

 
 

Dabei hatte Boyé ihn im Halbfinale noch auf den zweiten Rang verwiesen: Mit einer besonders ausgeklügelten Zungen­rolltechnik war es dem Gambier gelungen, seinen Kern 14,92 Meter weit auf die eigens vorbereitete Landebahn zu katapultieren. Der nach der traditionellen Backenblähmethode auf die Flugbahn beförderte Kern des Deutschen war hingegen bei 13,85 Metern liegen geblieben.

Und auch im direkten Duell der beiden Kontrahenten sah es zunächst noch so aus, als würde Boyé den Sieg – eine Flasche Sauerkirschlikör – holen. Denn der sichtlich nervöse Wiemann schaffte bei drei Versuchen gerade mal 10,50 Meter. Doch Debütant Boyé war angesichts des so nahen Sieges und seiner erwartungsvollen Fangemeinde so angespannt, dass alle drei Kerne neben der Bahn landeten und vom argusäugigen Linienrichter Jan F. Kurth nicht gewertet wurden.

Nach dem Wettkampf feiern Konrad Wiemann (Mitte) und Baboucarr Boyé (links) mit dem Drittplatzierten.

 

Der stolze Champion, der seinen Sport im Nebenberuf nachhaltig zur Herstellung von Kirschkernsäckchen nutzt, gab sich nach der Siegerehrung überzeugt, dass er seinen Triumph „nicht nur hartem Training und der besseren Technik“ verdanke, sondern auch dem verwendeten Material: Er habe sich „bei den Wettkämpfen nicht aus dem Gefäß mit den abgekochten Kirschkernen bedient, sondern stets nur aus dem mit den eingelegten Amarenakirschen“.

Die enthielten nämlich „das richtige Zielwasser, auf das es am Ende ankommt“. Außerdem ermöglichten sie ihm, auch außerhalb der Kirschensaison ohne unökologische Importware zu trainieren. Das habe er von seinem Vater, dem früheren Kirschkern-Weitspuck-Landesmeister in Nordrhein-Westfalen gelernt: „Es ist das Geheimnis meines Erfolgs.“

Diesen will der Meister nun ausbauen: „Ab sofort erhöhe ich mein Training von vier auf fünf Tage in der Woche, ich will in die Landesliga aufsteigen und beim nächsten Agrikultur-Festival den so hart errungenen Titel verteidigen. Mit gerade 57 fühle ich mich auf dem Höhepunkt meiner Leistungsfähigkeit.“

 

 

 

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