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Kino & Video

Zweite Chance für Abbrecher: “Berlin Rebel High School” ab morgen im Kino

Schule, scheitern, nochmal Schule: Der Dokumentarfilm „Berlin Rebel High School“ handelt von einem in Deutschland einmaligen Schulkonzept. An der Schule für Erwachsenenbildung (SFE) in Berlin werden Schulabbrecher bis zum Abitur gebracht - ohne Direktor und ohne Noten. Die Doku über sechs SFE-Schüler startet am 11. Mai in den Kinos. Und ist schon jetzt für den Deutschen Filmpreis Lola als Bester Dokumentarfilm nominiert. f79-Autorin Miriam Kohm hat ihn sich angeschaut.

 
 

Drei Jahre lang hat Regisseur Alexander Kleider die Hauptfiguren Mimy, Alex, Lena, Marvin, Hanil und Florian begleitet. Vom ersten Tag an der SFE bis zu den Abituprüfungen. Die Protagonisten sind zwischen 20 und 30 Jahre alt, haben eine schwere Schullaufbahn hinter sich. Geprägt von Mobbing, Disziplinzwang und Konkurrenz. Sie möchten nun rebellieren gegen Vorurteile und zeigen, dass auch sie einen guten Abschluss schaffen können.

Die sechs Schüler kämpfen für eine Zukunft, die Spaß und Sinn macht. An der SFE, die es seit 1973 gibt, müssen sie sich in organisatorische Fragen einbringen, lernen mit ihren Freiheiten umzugehen und Verantwortung zu übernehmen. Das klappt anfangs nur bedingt. Nur wenige kommen zum Unterricht, die Klasse kommt kaum mit dem Unterrichtsstoff voran.

 

 

Solche Probleme werden zum Beispiel in Klassenkonferenzen gelöst. Dabei dürfen alle kommen und auch uneingeschränkt ihre Meinung sagen. Gemeinsam versuchen sie so Probleme zu lösen. Gemeinsamkeit wird großgeschrieben: Nicht nur in der Schule wird zusammen gelernt, auch privat trifft man sich.

An der SFE werden alle Schüler und ihre Meinungen akzeptiert. Sie bekommen dort die Akzeptanz und Unterstützung, die sie an ihren alten Schulen nie bekommen haben. Die Lehrer nehmen Rücksicht auf ihre Stärken und Schwächen. Und glauben an ihre Schüler und deren Zukunft. Das macht die Berliner „Rebels“ glücklich. Es gibt keine Außenseiter, eigentlich versteht sich jeder mit jedem.

Der Film geht ins Detail: Die Schüler sind nicht nur in der Schule zu sehen, sondern auch zu Hause oder an ihrer alten Schule. Ein Lehrer erwischte Hanil dort beim Kiffen, deswegen flog er von der Schule. Außerdem steht ihm seine Faulheit im Weg. Jetzt muss er sie überwinden, um ein gutes Abitur zu schreiben. Sein Traum soll so wahr werden: ein Maschinenbaustudium.

 



Die Abiprüfungen rücken näher. Für die SFE gibt es eine Sonderregelung: Als Schüler, muss man erst vier mündliche Prüfungen bestehen um für die vier schriftlichen Prüfungen zugelassen zu werden. In Panik verfällt trotzdem keiner.

Nicht für alle sechs Schüler gibt’s ein Happy End. Dennoch zeigt der Film: Auch eine Schule ohne Hierarchien und Noten kann funktionieren. Die Doku verschafft somit Einblick in ein einmaliges Experiment – und zeigt wie einst hoffnungslose Fälle die Kurve kriegen. Der Fokus liegt auf dem Positiven – Stärken und Erfolge der Neustarter stehen im Mittelpunkt des Films. Vielleicht kann das ja so manchen ermutigen, der in Schule zu kämpfen hat. Besser als ein Abbruch ist schließlich immer noch, es im ersten Anlauf zu schaffen.

Wer mehr wissen will, kann Regisseur Alexander Kleider am Samstag, 13. Mai, im Kino Friedrichsbau in Freiburg treffen. Start ist um 19 Uhr.


 

 

 

 

Der Film // BERLIN REBEL HIGH SCHOOL

Regisseur // Alexander Kleider

Genre // Dokumentarfilm

Start // 11. Mai; im Friedrichsbau Freiburg ab dem 13. Mai

Dauer // 92 Minuten

 

 

 

 

 

 

 

 

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