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Job & Karriere

Stylegarantie oder Jobbremse? In welchen Jobs sind Tattoos akzeptiert?

Fußballer und Popstars haben fast alle eins. Doch wie ist es mit Tattoos, wenn man Lehrer, Friseur oder Bankkaufmann werden möchte? f79-Autorin Jasmin Bergmann hat vier Berufe unter die Lupe genommen. Die Tendenz zeigt: Tattoos sind auf dem Vormarsch. Können aber immer noch eine Jobbremse sein.

 
 

Friseur: Grundsätzlich möglich

„Das Friseurgewerbe ist sehr tolerant“, sagt Gerd Denzel von der ver.di Bundesverwaltung. Ausnahmen bestimmen jedoch die Regel. Dennoch gäbe es diesbezüglich keine genauen Regelungen, erklärt Denzel. Beim Friseursalon Liebeshaar in Freiburg seien Tattoos grundsätzlich erlaubt, sagt der Chef Sven Kramer. „Solange diese den Kunden nicht stören, gibt es keine Einschränkungen.“

 

Bankangestellter teilweise möglich

In den Banken spalten sich die Meinungen. Die Volksbank Freiburg zeigt sich offen: „Nachdem Tattoos inzwischen in der Gesellschaft generell eine relativ hohe Akzeptanz haben und zum Zeitgeist gehören, sind bei der Volksbank Freiburg Tattoos erlaubt“, sagt Annette Boegel, Leitung der Unternehmenskommunikation. Allerdings sollten großflächige Tattoos bei der Arbeit abgedeckt werden.

Die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau sieht die Körperbemalung kritisch: „Tattoos sind eine Art von Körperschmuck, die bis heute polarisiert“, sagt Patricia Brecht, Pressereferentin und Vorstandssekretärin. Aus diesem Grund seien Tattoos am Arbeitsplatz nur erlaubt, wenn sie von der Arbeitskleidung verdeckt werden.

 

Lehrer unter gewissen Kriterien möglich

„Das Thema Tattoos
im Lehrerberuf ist nicht klar definiert“, sagt Matthias Schneider, Landesgeschäftsführer und Pressesprecher der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg (GEW). Vor allem verbeamtete Lehrer müssen das Neutralitätsgebot berücksichtigen, erklärt er. Sie dürfen die Schüler zum Beispiel nicht politisch oder religiös beeinflussen. Dies gelte aber nicht nur bei Tattoos, sondern auch bei Kleidung oder Schmuck. „Es ist individuell zu entscheiden, ob ein Tattoo abgedeckt werden muss oder nicht“, sagt Schneider. Der Lehrer verstoße gegen seine Pflichten, wenn er die Schüler mit einem Tattoo in ihrer Meinung beeinflussen würde. Sie sollen als Vorbild fungieren. „Hat ein Lehrer viele Tattoos, rate ich, offen darüber zu sprechen“, findet Schneider. Die Schüler haben dann die Möglichkeit, zum Thema Tattoo Fragen zu stellen.

Frank Kühn, Schulleiter der Max-Weber-Schule in Freiburg, sieht Tattoos im Widerspruch zur Vorbildfunktion. Es könne dazu führen, dass die Schüler diese Art der Körperbemalung nacheifern. Aus diesem Grund findet Kühn, „dass Lehrerinnen und Lehrer keine im Alltag sichtbaren Tattoos tragen sollten.“

 

Soldat bei der Bundeswehr grundsätzlich möglich

„Tattoos sind grundsätzlich erlaubt, müssen aber abgedeckt werden“, erklärt Meike Reetz, Regierungssekretärin bei der Bundeswehr. Dies gelte aber nicht während des Dienstes innerhalb der militärischen Bereiche, militärischer Sicherheitsbereiche, auf Schiffen und Booten sowie an Bord von Luftfahrzeugen der Bundeswehr. „Außerdem dürfen die Motive die Würde des Menschen nicht verletzen“, sagt Reetz. Also keine diskriminierenden oder pornografischen Inhalte aufweisen, die den Werten und Normen des Grundgesetzes oder den strafrechtlichen Bestimmungen widersprechen.

 

 

 

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