Drucken

Job & Karriere

Hochschulabsolventen machen mit Traineeship erste Karriereschritte

Viele Firmen bieten Hochschulabsolventen statt des Direkteinstiegs ein Traineeship an. Als Trainee durchlaufen Berufseinsteiger in ein oder zwei Jahren in der Regel mehrere Abteilungen im Unternehmen. Für wen lohnt sich das? Wie erkennt man ein gutes Programm?

 
 

„Sie haben ein abgeschlossenes Studium? Und erste Erfahrungen in der Branche, etwa im Rahmen von Praktika? Dann bewerben Sie sich für unser Traineeship.“ So oder so ähnlich könnte eine der vielen Stellenanzeigen lauten, die sich an Hochschulabsolventen richtet. Doch was ist ein Traineeship überhaupt? Was sind Vor- und Nachteile im Vergleich zum Direkteinstieg? Fragen und Antworten zum Thema:

 

Was ist die genaue Definition von Traineeship?

Der Begriff Traineeship ist gesetzlich nicht geschützt. Deshalb wird vieles darunter gefasst. Im internationalen Kontext ist ein Trainee ein Praktikant. Hier ist ein Traineeship jedoch eine zusätzliche Ausbildung für junge Akademiker nach dem Studium, die den Berufseinstieg erleichtern soll, sagt Thomas Friedenberger, Karriereberater beim Staufenbiel Institut in Köln. Viele Traineeships sind darauf ausgelegt, Führungskräftenachwuchs heranzuziehen. Häufig dauern sie ein oder zwei Jahre, und Absolventen lernen in der Zeit verschiedene Abteilungen kennen.

 

In welchen Branchen gibt es Traineeships?

Richtig populär wurden Traineeships in Deutschland in den 70er Jahren, erklärt Norbert Thom, emeritierter Professor für Organisation und Personal an der Universität Bern. Er forscht seit den 80er Jahren zum Thema. Trainees seien von Anfang an sehr beliebt gewesen – besonders bei Banken und Versicherungen. Es gibt sie auch häufig im Einzelhandel und in der Industrie – etwa im Automobilbereich. Inzwischen finden Hochschulabsolventen das Angebot in nahezu allen Branchen.

 

Welche Vorteile hat ein Traineeship?

Ein Traineeship vermittelt in verhältnismäßig kurzer Zeit einen sehr guten Überblick über das gesamte Unternehmen. Das haben Absolventen, die direkt auf einer Position im Unternehmen einsteigen, so nicht. Außerdem lässt sich in kurzer Zeit ein Karrierenetzwerk aus Kollegen aus ganz verschiedenen Abteilungen in der Firma aufbauen, das Direkteinsteiger ebenfalls so nicht haben. Richtig gute Traineeships bieten außerdem eine erstklassige Ausbildung an. Anders als beim Direkteinstieg hat man nicht sofort Verantwortung, sondern ist erst mal als Lernender im Unternehmen – man ist quasi eine Art Lehrling mit Hochschulabschluss.

 

Was sind die Nachteile eines Traineeships?

Der Nachteil ist, dass Absolventen während des Traineeships in kein Thema vertieft einsteigen, da sie häufiger die Abteilung wechseln, erläutert Thom. Außerdem ist das Gehalt geringer als bei Direkteinsteigern, der Unterschied sei aber bei guten Traineeships in der Regel nicht sehr groß. Das gelte gerade dann, wenn die Traineeships sehr elitär sind und über sie der Führungskräftenachwuchs rekrutiert werden soll. Außerdem steht mit Ende des Traineeships die Frage an, ob jemand übernommen wird. Das haben Direkteinsteiger so nicht.

 

Wie erkennen Hochschulabsolventen ein gutes Traineeship?

Ein Traineeship sollte zwischen 12 und 24 Monaten dauern. Ist es kürzer, gewinnt man in der Regel keinen fundierten Überblick über das Unternehmen, sagt Friedenberger. Trainees sollte während des Programms ein Mentor zur Verfügung stehen, an den sie sich mit Fragen wenden können. Die Bezahlung sollte sich ungefähr am Gehalt der Direkteinsteiger orientieren, mehr als fünf bis zehn Prozent Abweichung seien unangemessen.

 

Welche Traineeships sind eher nichts?

Es gibt bei den Traineeships auch viel Wildwuchs, erklärt Thom. Etwa im Bereich Werbung und Marktforschung würden eine Reihe von Traineeships angeboten, die eigentlich verlängerte Praktika sind. Thom rät deshalb, unbedingt Absolventen des Traineeships zu befragen. Gute Programme bieten das Bewerbern sogar an, mit Ehemaligen ins Gespräch zu kommen. Die sollte man dann fragen: Wie ist das bei euch gelaufen?


Infos:
www.bildungsdoc.de / www.master-and-more.de

 

 

 

Mehr dazu

 

 

 
 
Es wurden noch keine Kommentare hinterlassen.

Eigenen Kommentar schreiben:

 

Kalender

April 2017:

Sun Mon Tue Wed Thu Fri Sat
1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30
 

Schlagwörter