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Job & Karriere
Ausbildungsbotschafter in Aktion // f79 vor Ort
„Du hast täglich andere Autos – mal alte, mal aber auch richtig geile“, berichtet Christian Schlenker mit einem Leuchten in den Augen, „und wenn du eine Inspektion durchgeführt hast, dann musst du halt auch eine Probefahrt machen.“ Die Klasse lacht, jeder kann in dem Moment den Traum des KfZ-Mechatroniker-Gesellen mitfühlen: Da steht einer, der sich für Autos begeistert und sein Hobby zum Beruf gemacht hat.

Christian ist Ausbildungsbotschafter der Freiburger KfZ-Innung. Als solcher darf er an manchen Vormittagen die Werkstatt, in der er arbeitet, verlassen und Schulklassen von seinem Beruf erzählen. Für die Schüler ist das eine spannende Abwechslung zum alltäglichen Unterricht. Und die Tatsache, dass da einer erzählt, der noch lange nicht über 30 ist und Worte wie „geil“ oder „Karre“ benutzt, macht die Sache nur noch interessanter. Zudem ist der Handwerker auch nicht der Karriere-Azubi, den man bei einem solchen Termin vielleicht vermuten würde. „Ich war nicht der Beste in der Schule“, beginnt er die Geschichte seines ungewöhnlichen Ausbildungsgangs. Über ein Praktikum, bei dem er gleich am ersten Tag gesagt bekommen hat, dass er hier keine Ausbildung machen kann, hat er sich die Anerkennung des Chefs verschafft – und so am Ende doch einen Platz bekommen. Die Schüler der 9a merken, dass da einer steht, der wie viele von ihnen auch wenig Ahnung hatte, was er mal mit seinem Leben anfangen soll, dann aber goldrichtig gelandet ist. In einem Handwerksberuf.

„Muss man viel mit dem Computer arbeiten?“ fragt ein Schüler nach den ersten Erzählungen des Gesellen. „Eigentlich ist das Auto heutzutage selbst ein Computer, in dem alle Systeme vernetzt sind“, erklärt der routiniert und fügt gleich noch Beispiele an, wie er bei Inspektionen alles elektronisch ausmisst. Das sorgt für Respekt – der Mann da vorne hat Ahnung, von dem was er redet – und so trauen sich bei der Frage, wer sich denn eine Ausbildung in dem Bereich vorstellen könnte, nur noch zwei, die Hand zu heben.

Eine davon ist Anna-Maria Malic. „Mein Vater war in der Branche“, erklärt die 14-Jährige ihr Interesse an dem Beruf, „und ich habe beim BOP (Berufsorientierungsprogramm) schon Motoren auseinandergebaut.“ Angst, sich die Finger schmutzig zu machen hat sie jedenfalls keine. Dennoch: Ein Mädchen in der KfZ-Mechatroniker-Branche? „Von 150 Azubis, die jedes Jahr ihren Abschluss machen, sind etwa drei bis fünf Frauen“, erklärt Andreas Huber von der Freiburger KfZ-Innung (bild oben), dass der Beruf tatsächlich noch hauptsächlich in Männerhand ist. „Dabei muss man bei uns mehr mit dem Köpfchen arbeiten, als mit den Händen“, versucht Christian daraufhin weitere Mädchen für den Job zu begeistern.
Die Schüler wollen auch wissen, wie schwer denn die Prüfungen sind und ob man für die Arbeit einen Führerschein braucht. „Ohne Führerschein keine Probefahrten, zwingend ist er aber nicht“, sagt Huber mit einem Augenzwinkern. Und die Probefahrten, das wissen die Schüler jetzt, sind für Autofans kein unangenehmer Teil der Arbeit. Aber auch die getane Arbeit befriedigt Mechatroniker wie Chrsitian: „Wenn die Karre wieder läuft, freuen sich alle: du, dein Chef und der Kunde. Und dann ist die Welt wieder in Ordnung!“
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