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Job & Karriere
"Ohne Handwerk läuft nichts" - TV-Star Simon Gosejohann im f79-Interview
- f79: Hallo Simon, in den Spots der Kampagne stellst du dich ja durchaus gewollt etwas ungeschickt an. Hat der private Simon denn auch zwei linke Hände?
- Simon: Ich bin privat zumindest nicht so selbst-überschätzend wie in den Spots. Das ist ja häufig der Ursprung allen Übels. Ich weiß auf jeden Fall, wo meine Grenzen liegen und wann es an der Zeit ist, die Handwerker anzurufen.
- f79: Das Handwerk hat ja unter Jugendlichen nicht unbedingt den besten Ruf. Warum ist das deiner Meinung nach so?
- Simon: Wenn sich alles nur noch um Events, Stars und Superlative wie Superreiche oder Vollassis dreht, bleibt der Mittelstand, was seine Aufmerksamkeit angeht, auf der Strecke. Besonders, wenn er wie das Handwerk ungerechtfertigterweise an einem etwas angestaubten Image leidet. Und das wollen wir mit dieser Kampagne gerne ändern, indem wir zeigen, dass ohne die vielen modernen Handwerksbetriebe einfach nichts läuft.
- f79: Bäcker, Elektroniker, Feinwerkmechaniker. Du hast ja beim Dreh Einblicke in viele handwerkliche Berufe bekommen. Welcher hat dich am meisten überrascht?
- Simon: Ich kann keinen herausheben, da gibt es überall viel zu entdecken. Nicht nur in den über 130 verschiedenen Berufen, die das Handwerk bietet, sondern auch in den völlig unterschiedlichen Betrieben. Davon kann viel abhängen.
- f79: Du hast eine Lehre als Industriekaufmann gemacht. Wie kamst du dann zum Fernsehen?
- Simon: Durch ein Praktikum, das ich bei Viva gemacht habe. Damals haben noch viele hundert Leute dort gearbeitet. Heute sind es vielleicht noch zehn.
- f79: Wie viel handwerkliches Geschick wird denn eigentlich für eine Fernsehshow benötigt?
- Simon: Viel. Jede Kulisse besteht aus handwerklicher Arbeit, ohne Handwerker gäbe es keine Lichttechnik in den Studios. Es gäbe ja nicht mal ein Studio. Auch die Maskenbildner sind auf ihre Art Handwerker. Außerdem muss man bei der Arbeit fürs Fernsehen gut foltern können, falls man so einen nervigen Kollegen wie mich ab und zu bestrafen muss.
- f79: Wir leben ja in einer Zeit, in der scheinbar alle Jugendlichen durch irgendeine Castingshow zum Superstar werden wollen. Was hältst du von diesem Zeitgeist?
- Simon: Vielleicht ist es gar nicht so verkehrt, so eine Riesen-Enttäuschung bereits in jungen Jahren zu erleben. Da kriegt man seinen Kopf richtig gewaschen. Also: alle ab zum Casting.
- f79: Viele Jugendliche wissen nach der Schule oftmals nicht so recht, wie es jetzt weitergehen soll. Wenn du ihnen einen Tipp geben könntest, welcher wäre das?
- Simon: Aller Anfang ist schwer, so ist das nun mal. Allein die Umstellung auf den Arbeitsalltag fand ich damals schon grausam. Heutzutage finde ich einen freien Nachmittag aber eher komisch.
Wer seinen Traum verwirklichen will, wird einfach nicht um die vielen Hürden des Lebens herumkommen. Die gehören dazu. Eine Ausbildung im Handwerk ist auf jeden Fall eine klasse Möglichkeit, ins Berufsleben zu starten.
Info
Alle Episoden von „Simon – die linke Hand des Handwerks“ gibt es im Internet unter www.handwerk.de
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