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Eignungstest an der Uni – weil das Abi alleine oft nicht ausreicht
Vor einigen Wochen hatte ich mich an der Universität Konstanz für Literatur-Kunst-Medien beworben. Nachdem ich die Einladung der Uni erhalten habe, wusste ich lediglich wann und wo das ganze Prozedere namens „Eignungstest“ stattfinden würde. Was allerdings von mir verlangt werden würde, war weitestgehend unklar. Ich bekam lediglich mitgeteilt, dass „fachspezifische Kenntnisse, die Gegenstand der Abiturprüfung oder einer anderen Prüfung sind, nicht geprüft werden.“
Am besagten Tag versammelten sich mehr als einhundert Bewerber vor dem Konstanzer Audimax – dem großen Hörsaal der Uni. Kurz bevor es losging wurde viel geplaudert. Es lagen Nervosität und Neugier in der Luft und so wurde man vom einen oder anderen genau gemustert: „Was sind das für Leute, die das gleiche studieren wollen, wie ich?“ oder „Ob die wohl mehr Ahnung von dem haben, was geprüft wird?“ waren wohl Gedanken, die vielen der Wartenden in dem Moment durch den Kopf gingen.
Um eintreten zu dürfen, mussten sich alle mit Personalausweis und der schriftlichen Einladung vorstellen. Als schließlich jeder Platz genommen hatte, wurden Aufgabenblätter verteilt und einige Dozenten des Fachs gaben endlich bekannt, was von uns gefordert war.
Die Eignung für Literaturwissenschaft entnimmt die Uni der Deutsch- und einer Fremdsprachennote des Abschlusszeugnisses. Also gab es zwei sehr präzise gestellte Fragen zum Thema Kunst und ebenso zwei Fragen zum Medien-Teil.
Man hatte fünfzehn Minuten Zeit für jede Frage. Das dazugehörige Blatt auf dem jeder sein Bestes gab, wurde eingesammelt, bevor man sich an die nächste Aufgabe machte. Die ersten beiden Fragen beschäftigten sich analytisch mit zwei Gemälden eines holländischen Malers aus dem 17. Jahrhundert. Die Fragen im Medien-Teil bezogen sich auf einen Ausschnitt aus dem Kult-Western „Spiel mir das Lied vom Tod“ von Sergio Leone und deren Effekte und Wirkung. Was können die bewegten Bilder des Films im Vergleich zu Gemälden in der Kunst vermitteln? Wie wirkt sich der dazugehörige Ton auf die gezeigte Szene aus, und wie empfinden wir sie stumm?
„Medien“ ist ein weitläufiger Begriff. Als ich die Fragen sah war ich erleichtert, hatte ich doch vor eben diesem Teil der Prüfung im Vorfeld am meisten Angst. Ich hatte keine Vorstellung davon, welches Medium die Uni für den Test wählen und wie die wissenschaftliche Arbeit damit aussehen würde. Jetzt schien mir das ganze zumindest inhaltlich durchaus machbar. Allerdings fielen mir die Antworten, durch den herrschenden Zeitdruck, dennoch nicht gerade leicht. Im großen Saal, der an ein Amphitheater erinnerte, war es, trotz der zahlreichen Bewerber still und es wurde konzentriert gearbeitet.
Nach etwa neunzig Minuten war der Test vorbei. Sofort wurde es laut im großen Saal und die Anspannung schien sich zu lösen. Viele unterhielten sich darüber, was sie zu Papier gebracht hatten und ob das richtig oder falsch war. Ich war erschöpft vom vielen Schreiben und auch meiner Sitznachbarin ging es nicht anders. Man erklärte uns noch, dass er in den nächsten Wochen nun von mehreren Dozenten bearbeitet und bewertet wird. Nun bleibt mir nur noch das Warten und Hoffen, bis die Uni mir mitteilt ob ich für dieses Studium geeignet bin - oder eben nicht.
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