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extra wissen: In der Bildung steckt die Zukunft
Stagnation ist Rückschritt. Wenn der Bundestag in diesen Tagen den Bildungsbericht für das Jahr 2010 diskutiert, dann sollten sich alle Parteien zumindest in diesem Punkt einig sein. Denn das Papier macht eines deutlich: Die deutsche Bildungspolitik ist weit davon entfernt, sich zufrieden zurücklehnen zu können. Investitionen sind dringend notwendig.
Unmissverständlich weist die verantwortliche Arbeitsgruppe auf nach wie vor existente Missstände im Bildungswesen hin. Auch durch die leicht gestiegenen Pro-Kopf-Ausgaben für Bildung und wachsende Studierendenzahlen kann die unterdurchschnittliche Positionierung Deutschlands im internationalen Vergleich nicht kaschiert werden.
Erfolg ist von der Herkunft abhängig
Vor allem stellt der Bericht aber eine klare Aufgabe heraus: Bildungserfolg darf nicht mehr mit sozialer Herkunft korrelieren. Nach wie vor haben deutsche Akademikerkinder weitaus bessere berufliche Perspektiven als Söhne und Töchter von Arbeitern oder Migranten. Seit über zehn Jahren hat sich an diesem Faktum nichts verändert.
Das Erschreckende: Diese Bildungsproblematik betrifft eine zunehmend größere Gruppe junger Deutscher. Mittlerweile wächst fast jedes dritte Kind in einer – wie es die Arbeitsgruppe nennt – „sozialen, finanziellen oder/und kulturellen Risikolage“ auf.
Die Investitionen werden sich auszahlen
Dabei muss es die Pflicht der Politik sein, jedem Menschen unabhängig von seiner Herkunft die gleichen Chancen zur ermöglichen. Mit Hürden wie Studiengebühren oder einem fehlenden Angebot an Ausbildungsplätzen legt die Politik letztlich nicht nur der Freiheit des Einzelnen Steine in den Weg. Von gut ausgebildetem Nachwuchs profitiert schließlich vor allem auch der Staat. Das beginnt bei den Steuermehreinnahmen durch gut verdienende Akademiker und endet bei einer großen Anzahl qualifizierter Menschen, die das schwarz-rot-goldene Schiff im internationalen Wettbewerb an der Spitze halten.
Die Lösung liegt ganz nah
Immer weniger junge Menschen müssen den steigenden Bedarf an Fachkräften decken. Eine Industrienation wie Deutschland kann es sich daher nicht erlauben, Potential im eigenen Land zu verschwenden.
Die Zukunft liegt nicht in einem Punktesystem und Lockprämien für qualifizierte Einwanderer, sondern mitten in den deutschen Wohnzimmern. Statt Bonbons für die Eliten bedarf es einer Breitenförderung vom Kindergarten bis zum Hochschul- oder Ausbildungsabschluss und zusätzlicher Investitionen in die Bildung - weil ihre Rendite langfristig mehr bringt als jede Sparmaßnahme.
Weiterführende Links
im Jugendnetz:
- alle Artikel im extra wissen
- alle Artikel von Jannis Carmesin
- Stichwort Politik
- Stichwort Studium
im weiteren WWW:
- die ausführlichen Ergebnisse des Bildungsberichtes
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