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Job & Karriere
Mein Praktikum in der ERF Fernsehproduktion
Kleine Info: Hinter der Abkürzung „ERF“ verbirgt sich der Name „Evangeliums-Rundfunk“ mit Sitz in Wetzlar (Hessen). Im Jahre 1959 kam eine kleine, motivierte Gruppe auf die Idee durch christliches Radioprogramm über Gott und die Welt zu sprechen. Mittlerweile ist aus diesem Vorhaben ein ganzes Medienunternehmen geworden. Zum Radio sind im Laufe der Zeit, Fernsehprogramme, Internetdienste, das Web Radio „Crosschannel.de“, „ERF Pop“ und seit neusten auch der eigene Fernsehkanal „ERF eins“ dazu gekommen.
Wie ein Fernsehbeitrag entsteht
Hier habe ich jetzt mal einen Blick hinter die Kulissen des Fernsehmachens geworfen und miterlebt, was alles dazu gehört, um einen Fernsehbeitrag für eine Magazinsendung oder eine Talksendung in den Kasten zu bekommen. Dazu sind etwas Vorstellungskraft, sprachliche Gewandtheit und technisch kreatives Know-how immer von Vorteil. Lebensberichte oder interessante Themen in Zeitschriften oder Zeitungen können den Fernsehredakteur zu einem Fernsehbeitrag inspirieren. Nach Kontaktaufnahme mit dem Protagonisten* und ersten Inforecherchen bespricht der Redakteur mit der Redaktionsleitung, ob er das Thema umsetzen kann oder nicht. Wenn ja, wird weiter recherchiert. In einem sogenannten Treatment notiert der Redakteur den groben Inhalt des Beitrags, Bildideen und Interviewfragen für den Protagonisten. Die sechs journalistischen W` s (Wer, Wo, Wie, Was, Wann, Warum) sind dafür ein guter Leitfaden. Ausformulierte, fiktive Antworten und Sprechertexte vervollständigen dann die Rohform des Beitrags. Nach inhaltlichen Überlegungen folgt der organisatorische Teil.
Hautnah am Set
Dabei muss dem Redakteur klar sein, wo und was er drehen möchte und was auf möglichst natürliche Art und Weise rüber kommen soll. Anschließend plant er die Drehorte, holt Drehgenehmigungen ein und stellt einen Zeitplan auf. Das Filmmaterial kann dabei im Studio oder bei
einem externen Dreh aufgenommen werden. Will man an speziellen Plätzen, wie beispielsweise in Geschäften, drehen, muss dafür eine Drehgenehmigung angefordert werden. Am Drehtag treffen dann Redakteur, Kamerateam (auch EB- Team* genannt) und Protagonist aufeinander. Zuerst werden Abläufe und Bildideen noch einmal besprochen. In der Regel hat man für einen fünf Minuten-Beitrag einen Drehtag zur Verfügung. Neben dem Kameramann ist der EB-Techniker für die Tonaufnahmen verantwortlich. Mit einer sogenannten „Angel“ (Mikrofon) fischt er vor allem bei Interviews nach störungsfreiem Tonmaterial. Der Redakteur steht während der Interviewaufzeichnung neben dem Kameraobjektiv und stellt dem Protagonisten seine Fragen, ist aber selbst nicht zu sehen. Die externen Dreharbeiten bestehen aus Interviews und weiteren informativen Hintergrundbildern.
Die Nachbearbeitung muss auch gemacht werden
Im nächsten Schritt schaut sich der Redakteur das aufgenommene Filmmaterial noch einmal an. Interviews werden abgetippt und brauchbare Bildsequenzen benannt und digital markiert. Auf seinem Skript bringt der Redakteur dann Originaltöne, Bildideen und formulierte Sprechertexte in eine sinnvolle Reihenfolge, was wiederum mindestens einen Tag dauert. Beim Texten lässt er nicht ersichtliche Hintergrundinformationen einfließen und setzt die dargestellte Handlung in den Gesamtzusammenhang. Mit dem Cutter folgt jetzt die Schnipselarbeit. Im Gegensatz zum analogen Schnitt, bei dem der Cutter damals Negativfilmmaterial schneiden und kleben durfte, nutzt man heute eher die digitale Filmbearbeitung. Am Computer trägt der Cutter mit einem speziellen Schnittprogramm zur künstlerischen Gestaltung des Films bei. Je nach Wunsch des Redakteurs oder Regisseurs setzt er die Filmsequenzen zu einer sinnvollen Einheit mit Effekten, Musikunterlegungen oder Texteinblendungen zusammen. Aus circa einer Stunde Filmmaterial werden nur vier Minuten Film. Parallel dokumentiert der Redakteur auf seinem Skript Änderungen in Bild- oder Textreihenfolge und notiert deren Dauer. Dann begutachtet der Chefredakteur in der sogenannten Abnahme den Film und gibt ggf. Verbesserungsvorschläge.
Dann folgt die Vertonung. Von einem Sprecher werden die formulierten Sprechertexte aufgenommen und im Schnittprogramm an die richtige Stelle platziert. Damit ist ein Teil der Sendung fertig gestellt.
Studioproduktion
Die Moderationen für eine Magazin- oder Talksendung werden dazu im Fernsehstudio aufgezeichnet. Für den Wiedererkennungseffekt wird das Studio dementsprechend umgebaut, dekoriert und Scheinwerfer für eine gute Beleuchtung eingestellt. Auch wenn man später im Fernsehen meist nur den Moderator sehen wird, sind hinter den Kulissen viele weitere Mitarbeiter notwendig, um die Sendung in den Kasten zu bringen. Vor der Sendung spricht der Moderator mit dem Regisseur und den Redakteuren den Sendungsinhalt der verschiedenen Beiträge und bestimmte Abläufe durch. Vor der Studioproduktion müssen Moderator und der Talkgast dann noch einmal in die „Maske“, um dort Makeup technisch auf den neusten Stand gepudert zu werden. Im Studio arbeiten dann Kameraleute, Kabelhilfen, eine Visagistin, der Beleuchter und die Aufnahmeleitung.
Fernsehregie
In der Regie gibt der Regisseur während den Aufzeichnungen den Kameraleuten Anweisungen und hat den Ablauf und die Zeit im Blick. Ein Toningenieur achtet auf die Tonaufnahmen, während der Bildmischer die Bilder aus den verschiedenen Kamerapositionen digital aneinander setzt. Der Fernsehtechniker achtet auf die Bildqualität, während der MAZ Techniker die fertig gestellten Fernsehbeiträge zu schaltet. Jeweils eine Person wird für den Inscriber und den Teleprompter gebraucht. Durch den Inscriber werden während der Sendung Texttafeln ins Bild (Bauchbinden)
eingeblendet. Der Teleprompter gleicht einer elektronischen Souffleuse. Ein Vorbau an der Kamera spiegelt die zu sprechenden Texte an eine Scheibe vor der Kameralinse. So kann der Moderator seine Texte ablesen und gleichzeitig in die Kamera blicken. Die Fließgeschwindigkeit des bewegenden Textes muss dabei im richtigen Tempo mitgesteuert werden. Weitere Redakteure nehmen während der Aufzeichnungen in der Regie teil und begutachten den Inhalt der Sendung. Nach der Aufzeichnung folgt die Postproduktion, in der die Sendung noch einmal von dem Cutter nachbearbeitet.
Dann ist der Fernsehbeitrag bzw. die Sendung fertig im Kasten und kann irgendwann, irgendwo und irgendwie mal auf dem Fernseher in unserem Wohnzimmer flimmern.
Erklärung:
*Protagonist: Hauptdarsteller des Fernsehbeitrags
*EB Team: Elektronische Berichterstattung, bestehend aus Kameramann und EB- Techniker
Ein Artikel aus "Financial t('a)ime", Schülerzeitung der Kaufmännischen Schule (mit Wirtschaftsgymnasium) Tauberbischofsheim.
im weiteren WWW:
- Financial t('a)ime, Schülerzeitung der Kaufmännischen Schule (mit Wirtschaftsgymnasium) Tauberbischofsheim.
- www.erf.de
- www.crosschannel.de
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