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Fasnet in Gefahr: Sicherheitskonzepte bereiten Narren sorgen – Freiburger bleiben entspannt

Narri, Narro, die Fasnet geht los. Doch das Landesinnenministerium fährt den Schutz vor möglichen Terror­anschlägen hoch. Und ein Zunftpräsident sieht sogar das Aus der fünften Jahreszeit kommen. Die Freiburger hingegen nehmen es gelassen.

 
 

„Wir tun alles dafür, den Menschen im Land die bestmögliche Sicherheit zu bieten“, sagt Innenminister Thomas Strobl. Dafür wird die Polizei ihr Personal bei Umzügen und Veranstaltungen aufstocken. Die Anordnung wird auch vom Polizeipräsidium Freiburg umgesetzt. „Dafür werden Beamte, die eigentlich frei hätten, eingesetzt“, so Polizeisprecher Frank Fanz. Die Polizisten sollen vor möglicher Terrorgefahr schützen, aber auch vor Ordnungsstörungen oder Straftaten.

Anschläge wie der von Berlin zeigen, wie wichtig eine hohe Polizeipräsenz ist, so Minister Strobl. Allerdings ist Uwe Stasch, Pressesprecher der Breisgauer Narrenzunft (BNZ), der Meinung, dass Freiburg „nicht der Hotspot für so ein Thema“ ist. Dennoch müssten alle die Augen offen halten.

Mehr Sicherheit heißt auch mehr Aufwand. Vermehrt setzen Gemeinden auf professionelle Sicherheitskonzepte, die sie nicht selber erstellen. Roland Wehrle, Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte, ist entsetzt. Denn solche Konzepte von Profifirmen kosten die Zünfte eine Menge Geld. Wehrle warnt: Die vielen Ausgaben und Auflagen bedrohen die Zünfte und machen die Fasnet irgendwann kaputt. Er fordert: Konzepte müssten im Austausch umgesetzt werden – in vernünftigem Maße.

Für Wehrle sind die Auflagen für viele Zünfte schon jetzt kaum noch zu finanzieren. Die BNZ hingegen spürt davon nichts. „Die Stadt Freiburg ist in den vergangenen Jahren schon streng gewesen, aber nicht unangenehm streng. Es ist wichtig, dass alles seine Ordnung hat“, so Stasch. Edith Lamersdorf, Pressesprecherin der Stadt Freiburg, bestätigt: „Zur Fasnet 2017 gibt es vom Amt für öffentliche Ordnung keine zusätzlichen Sicherheitsauflagen an die Veranstalter wie die BNZ oder einzelne Zünfte.“ Die BNZ ist ein gutes Beispiel, so Wehrle. Denn in Freiburg werden die Narren finanziell von der Stadt unterstützt. Laut Stasch finanziert sich die BNZ auch mit einer Plakette, eine Art Eintrittskarte.

Eine große Rolle spielt der Alkohol. Ende Januar gab es bei Umzügen Randalierer und stark alkoholisierte Jugendliche. Die Polizei hatte in Denzlingen, Herbolzheim und Malterdingen alle Hände voll zu tun. Neben jugendlichem Übermut gab es auch jede Menge Scherben. Der Elzacher Zunftmeister Armin Becherer legt großen „Wert auf eine ordentliche Fasnet“ und lehnt deswegen „Saufgelage“ ab. Bei Großveranstaltungen wie dem Narrentreffen 2013 in Elzach oder Mitte Januar in Rottweil wurde „durchweg kein harter Alkohol ausgeschenkt“, berichtet Becherer. Wäre da nicht über ein Alkohol- oder Glasverbot in Freiburg nachzudenken? „Es wird weder ein Glasverbot noch ein generelles Alkoholkonsumverbot und auch kein spezielles Schnapsverbot geben“, erklärt Lamersdorf. Es sei in den letzten Jahren nichts aus dem Ruder gelaufen, was generell zusätzliche ord­nungsrechtliche Maßnahmen rechtfertigen würde.

Die Narren freut’s. „Das Amt für öffentliche Ordnung und die Polizei haben das so weit im Griff“, sagt Uwe Stasch. Sie seien gut aufgestellt, was die Sicherheitskräfte anbelangt. Fast 200 Ordner werden an der Straße stehen, wenn am großen Fasnetmendigumzug in Freiburg mehr als 3800 Hästräger erwartet werden – „eine Rekordsumme“.

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